16.9.2016 | 400 Besucher im früheren NS-Archiv der Stasi

Heike Villa um 1912
Zum Tag des offenen Denkmals begrüßte die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen in der Villa Heike mehr als 400 Besucher. Der Historiker Peter Erler führte gemeinsam mit zwei Architekten durch das einst prachtvolle Wohn- und Geschäftshaus in der Freienwalder Str. 17, das die DDR-Machthaber für ihre Zwecke missbrauchten.

Der Maschinen-Fabrikant Richard Heike ließ das Gebäude 1910 errichten. Jugendstil-Stuck und Nachbauten dorischer Säulen bezeugen noch immer den früheren Prunk der Villa und lassen ihre wechselvolle Geschichte erahnen. Während das Erdgeschoss als Verkaufsfläche diente, wohnte der Industrielle mit seiner Familie in den oberen Etagen.

Nach dem zweiten Weltkrieg erschossen sowjetische Soldaten den Geschäftsmann und beschlagnahmten das Privathaus. Die Geheimpolizei der UdSSR nutzte es fortan als Berliner Zentrale und Gefängnis. 1951 bezog das Ministerium für Staatssicherheitsdienst das Gebäude, um NS-Akten darin einzulagern. Mithilfe dieser Unterlagen gelang es der Stasi, ehemalige Nationalsozialisten in Ost und West unter Druck zu setzen.

In den kommenden Monaten bricht für die Heike-Villa eine neue Ära an. Fünf Künstler lassen das Gebäude zu einem Büro- und Atelierhaus umbauen. Die Arbeiten sollen bereits im Oktober beginnen. Die Möglichkeit, die Räumlichkeiten besichtigen zu können, stieß daher auf umso größeres Interesse.