11.4.2018 | Fünfmillionster Besucher im Ex-Stasi-Gefängnis

FuenfMioBesucher
Am Mittwoch (11.04.) hat die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen ihren fünfmillionsten Besucher empfangen. Der 16-jährige Schüler Johannes Bäcker vom Luitpold-Gymnasium aus dem bayerischen Wasserburg am Inn bekam von der Gedenkstätte einen Blumenstrauß und ein Buchgeschenk überreicht. Zur Begrüßung kam auch Kulturstaatsministerin Monika Grütters.

Kulturstaatsministerin Grütters erklärte, die Besucherzahlen im früheren Stasi-Gefängnis seien von einigen Tausend auf fast eine halbe Million pro Jahr gestiegen. „Die beeindru-ckende Anzahl interessierter Besucherinnen und Besucher der Gedenkstätte in der ehemaligen zentralen Untersuchungshaftanstalt der Staatssicherheit ist eine überzeugende Ermutigung für diese Form der Geschichtsaufarbeitung. Das politische Unrecht, das in der DDR geschehen ist und das gerade in Ho-henschönhausen viele Menschen auf schreckliche Weise erfahren mussten, darf nicht in Vergessenheit geraten,“ so Grütters.

Gedenkstättendirektor Knabe wies darauf hin, dass mehr als die Hälfte aller Besucher der Gedenkstätte Schüler seien – so wie der fünfmillionste. „Ich freue mich sehr, dass so viele junge Menschen zu uns kommen. Die, die die DDR nicht mehr miterlebt haben, können an diesem Ort erfahren, was es bedeutet, in einer Diktatur zu leben. Es ist aber unser aller Aufgabe, die Erfahrungen mit der kommunistischen Diktatur in Ostdeutschland an die junge Generation wei-terzugeben,“ erklärte der Historiker.

Die Gedenkstätte befindet sich im ehemaligen zentralen Untersuchungsgefängnis des DDR-Staatssicherheitsdienstes. Während im Gründungsjahr 1994 gut 3.000 Menschen das ehemalige Stasi-Gefängnis besichtigten, waren es 2017 über 440.000. Mehr als 200.000 von ihnen waren Schüler.