28.5.2015 | Tochter von Boris Nemzow besucht Stasi-Gefängnis

2015 05 28 Nemzowa innen
Die Tochter des Ende Februar in Moskau erschossenen russischen Oppositionspolitikers Boris Nemzow, Zhanna Nemzowa, hat heute die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen besucht.

Nach einem Rundgang durch das frühere Untersuchungsgefängnis des DDR-Staatssicherheitsdienstes übergab Direktor Hubertus Knabe ihr ein Kondolenzbuch für ihren Vater. Die Gedenkstätte hatte es nach dessen Ermordung öffentlich ausgelegt. Begleitet wurde Frau Nemzowa von ihrer Mutter Raisa, der früheren Frau des Oppositionspolitikers.

Die Fernsehmoderatorin war vor allem davon beeindruckt, dass viele ehemalige Häftlinge Führungen durch die Gedenkstätte machen und so aus deren Leben als politische Gefangene in einer Diktatur erzählen. "Man darf das nicht vergessen. Für mich ist das umso wichtiger, da ich aus einem Land komme, in dem die politischen Entwicklungen rückwärtsgewandt sind, ein Land, in dem die Unterdrückung zunimmt,“ sagte Frau Nemzowa.

Die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen befindet sich im früheren Zentralgefängnis des Ministeriums für Staatssicherheitsdienst der DDR. Es wurde ursprünglich von der sowjetischen Geheimpolizei eingerichtet und vor 25 Jahren geschlossen. Die Verantwortlichen für Nemzows Ermordung wurden bis heute nicht ermittelt.