18.4.2016 | Ulrike Poppe besucht Gedenkstätte

Ulrike Poppe Vernehmertrakt
Ulrike Poppe, Brandenburgs Beauftragte für die Folgen der kommunistischen Diktatur, war am 14. April zu Besuch in der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen.

Am Donnerstag, den 14. April, hat die Beauftragte des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur (LAkD), Ulrike Poppe, mit Ihren Mitarbeitern die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen besucht. Die ehemalige DDR-Bürgerrechtlerin war 1983 zusammen mit Bärbel Bohley vom Staatssicherheitsdienst inhaftiert worden.

Während ihres Besuchs äußerte sich Frau Poppe zu Aspekten ihrer Verhaftung, der Haft in Hohenschönhausen und zu ihrer heutigen Tätigkeit:

„Ich war gerade mit meinen beiden Kindern beim Arzt, kam raus und war umringt von Stasi Leuten. (…) Und dann fand zuhause die Hausdurchsuchung statt.“

„Ich wurde dann nach Hohenschönhausen gefahren (…) Dann wurde ich dem Haftrichter vorgestellt, der verkündigte mir die Anschuldigung: Landesverrat.“

„Die Staatsanwältin hat dreimal gerufen: Sie sind entlassen, sie sind frei, bis ich es endlich begriffen hatte (…) Ich war insgesamt sechs Wochen hier.“

„Jeder der kritisch ist gegenüber dem Staat muss bleiben. Es kann ja nicht jeder gehen, der was verändern will.“

„Nach der Freilassung haben wir es als Ermutigung gesehen weiterzumachen. Es zeigte uns, der Staat war begrenzbar.“

„Ich werde alles dagegen tun, dass die Vergangenheit so weggelogen wird.“

„Inzwischen macht es mir nichts mehr aus hier zu sein, aber das erste Mal war schlimm.“

Ulrike Poppe ist Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Gedenkstätte.