11.1.2017 | Geschichte künstlerisch erleben

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Unter dem Motto „Geschichte erfahren und künstlerisch gestalten“ organisierte die Pädagogische Arbeitsstelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen im vergangenen Jahr Workshops mit dem Maler und Bildhauer Gino Kuhn. Daran beteiligt waren insgesamt 70 Schüler, deren Arbeiten die Gedenkstätte am Dienstag (10.01.) auf einer Vernissage präsentierte. Jedes Bild und jede Plastik veranschaulichten die persönlichen Eindrücke und Empfindungen der Jugendlichen über die Haft im ehemaligen Untersuchungsgefängnis der Stasi.

Nach einer Begrüßung durch den stellvertretenden Direktor Helmuth Frauendorfer sowie Christine Sauerbaum-Thieme, Vorstandsmitglied des Fördervereins der Gedenkstätte, wurden auf der Vernissage die besten Werke prämiert. Neben der künstlerischen Qualität bewertete die Jury vor allem, wie sich die Jugendlichen mit dem Haftort auseinandergesetzt haben. Zu den Gästen der Veranstaltung zählte außerdem Regina Ultze, Mitarbeiterin der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft. In ihrer Ansprache betonte sie, dass Kunst-Workshops wie diese die demokratischen Wertevorstellungen von Schülern verfestigen.

Die Pädagogische Arbeitsstelle der Gedenkstätte bietet in Zusammenarbeit mit Gino Kuhn seit 2016 ein- oder mehrtägige Seminare zum Thema „Kunst und Aufarbeitung“ an. Der Maler wurde 1975 selbst als Fluchthelfer inhaftiert und wegen „staatsfeindlichen Menschenhandels“ verurteilt. Angeregt von seinen Erfahrungen in völliger Isolation entstehen künstlerische Werke, die die Gefühlswelt politischer Häftlinge nachempfinden. In Form von Acrylbildern, Kohle- und Bleistiftzeichnungen sowie Plastiken aus Ton befassen sich Schüler mit diktatorischen Systemen und ihren Auswirkungen auf menschliche Schicksale.