10.11.2015 | Zeit sprengt alle Mauern

Ueberreichung Friedensuhr
Die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen bekam am Montag eine Nachbildung der Berliner Friedensuhr überreicht.

Ende 2014 hatte das Berliner Komitee für UNESCO-Arbeit den Preis der Gedenkstätte und der DDR-Bürgerrechtlerin Ulrike Poppe verliehen. Seit 2003 vergibt der Verein die Auszeichnung an Persönlichkeiten oder Institutionen, die zur Überwindung von Mauern zwischen Rassen, Klassen, Völkern, Nationen, Kulturen, Ideologien, Konfessionen, Parteien und Menschen beigetragen haben.

Das UNESCO-Komitee hatte die Auszeichnung damit begründet, dass die Gedenkstätte im früheren zentralen Untersuchungsgefängnis der Staatssicherheit durch ihre tägliche Arbeit die früheren Gefängnismauern überwinde, hinter denen die Menschenrechte mit Füßen getreten worden seien. Sie reiße die Mauern nachträglich nieder und rehabilitiere damit die Opfer.

Die Verleihung der Berliner Friedensuhr geht auf den Juwelier Jens Lorenz zurück. Dieser baute 1989 eine fast 3 Meter hohe und 2,5 Tonnen schwere Uhr mit der Inschrift „Zeit sprengt alle Mauern“. Er wollte damit ein Zeichen der Hoffnung setzen, dass sich Ost und West wiedereinigen mögen. Bei der Vorstellung der Uhr am 9. November 1989 sickerte die Nachricht vom Fall der Mauer durch. Die Preisträger, zu denen unter anderem Hans-Dietrich Genscher, Michail Gorbatschow, Ronald Reagan, Helmut Kohl, George Bush sen. und Papst Johannes Paul II. gehören, erhalten eine 30 cm hohe Nachbildung der Uhr.