Verdeckt und Getarnt

Technik und Methoden der geheimen Beobachtung

Eine Ausstellung der Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen, Außenstelle Gera

6. Mai bis 27. Juli 2008

Mit welchem „Einfallsreichtum“ und „Erfindergeist“ das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) vorging, um die eigene Bevölkerung in der ehemaligen DDR überwachen zu lassen, ist jetzt bei einer neuen Ausstellung in der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen zu sehen: „Verdeckt und Getarnt“ ist der Titel der Wanderausstellung der Stasiaktenbehörde, Außenstelle Gera, die zum ersten Mal im ehemaligen Stasi-Gefängnis in Hohenschönhausen die perfiden technischen Observationsgeräte sowie Spionagemethoden des DDR-Regimes zeigt.

Die Ausstellung verdeutlich vor allem eines: die schier grenzenlosen Anstrengungen der Stasi, die Bürger der DDR zu kontrollieren. Bis ins Jahr 1989 wuchs die Zahl der hauptamtlichen Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit, auch „Schild und Schwert“ der Partei genannt, auf 91.000 an. Inoffizielle Mitarbeiter (IM) gab es sogar 189.000. Die Forschungsabteilung des MfS zur Entwicklung sämtlicher konspirativer Überwachungsgeräte, der sogenannte Operativ-Technische-Sektor, hatte seinen Sitz direkt im ehemaligen Sperrbezirk in Berlin-Hohenschönhausen. 1.100 Mitarbeiter waren hier für die Fertigung von Mustern sowie von Kleinserien operativtechnischer Geräte verantwortlich – zur Überwachung der Bevölkerung sowie für andere geheimdienstliche Aufgaben. Dazu zählte geheime Fototechnik, die in Handtaschen eingebaut wurde, ebenso wie Einbruchswerkzeug oder „Postkontrollhilfen“ – täglich wurden in der DDR 90.000 Briefe geöffnet – oder in Schuhe integrierte „Container“ zum Transport von Agentenmaterial. Dabei griff die Stasi sogar auf „West-Gerät“ zurück und beschaffte über Devisen-Sonderkonten Kameras oder Tonbandgeräte aus Japan oder den USA.

Neben der Ausstellung technischer Exponate wie der „Gießkannen-Kamera“ oder dem „Wanzen-Füller“ bietet die Ausstellung einen interessanten Überblick über die beklemmende Dimension der Kontrolle, die das gesamte Leben in der DDR bestimmte und vom Mitschneiden von Telefonaten über Wohnungsdurchsuchungen bis zu so genannten „Briefkastensonderleerungen“ reichte. Dabei wird deutlich, dass nicht nur DDR-Bürger der subtilen Kontrolle zum Opfer fielen, sondern auch Touristen: So überwachte die Stasi Transitstrecken und Knotenpunkte wie das Hermsdorfer Kreuz minutiös per Video durch den Einbau von Kameras in Verkehrsschilder oder durch mobile Überwachungskommandos.

Verdeckt und Getarnt

© Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen