1.2.2017 | Ein Grund zum Feiern – doch nicht für jeden

Brandenburger Tor 1990
Ein Vierteljahrhundert ist es jetzt her, dass die DDR der Bundesrepublik beitrat, fast so lang wie Weimarer Republik und Nationalsozialismus zusammengerechnet existierten. In den 25 Jahren wurden die Wunden, die die kommunistische Diktatur im Osten Deutschlands geschlagen hatte, weitgehend beseitigt.

Ein Grund zum Feiern – doch nicht für jeden
Die Opfer der SED-Diktatur blicken auf 25 Jahre Deutsche Einheit eher enttäuscht zurück

Von Hubertus Knabe

Veröffentlicht in: Handelsblatt, 3. Oktober 2015

Zwischen Dresden und Rostock unterscheiden sich die Lebensverhältnisse heute kaum noch von denen im Westen Deutschlands. Die Menschen haben genauso viele Autos, Geschirrspüler, Waschmaschinen. Sie leben in ähnlichen Wohnungen und sterben nicht mehr wie zu DDR-Zeiten drei bis fünf Jahre früher als ihre westdeutschen Landsleute. Kein anderes ex-sozialistisches Land hat so schnell den Anschluss an die westliche Welt geschafft wie die einstige DDR.

Nur eine Gruppe sieht auf das in den letzten 25 Jahren Erreichte eher enttäuscht zurück – die, die in der DDR politisch verfolgt wurden. Ausgerechnet diejenigen, die sich gegen das kommunistische Regime aufgelehnt haben, sind in vielerlei Beziehung die Verlierer der Einheit.

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Vorschlag zur Zitierweise: Hubertus Knabe, Ein Grund zum Feiern – doch nicht für jeden
Die Opfer der SED-Diktatur blicken auf 25 Jahre Deutsche Einheit eher enttäuscht zurück, Berichte und Meinungen, 01/2017