3.2.2017 | Was wir über die DDR-Diktatur immer noch nicht wissen

BStU Akten
Hubertus Knabe kämpft gegen das Vergessen. Er leitet die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen. In der ehemaligen zentralen Untersuchungshaftanstalt der Stasi lebt die Erinnerung an das DDR-Regime weiter. Die Erinnerung an die Opfer. Seit genau 25 Jahren haben Bürger das Recht, ihre eigenen Stasi-Unterlagen einzusehen. Für Knabe ist die Aufarbeitung damit aber längst nicht abgeschlossen.

Was wir über die DDR-Diktatur immer noch nicht wissen
Heute vor 25 Jahren wurden die Stasi-Akten geöffnet. Ein Gespräch über das Vergessen und letzte DDR-Geheimnisse

Von William Harrison-Zehelein

Veröffentlicht in: Augsburger Allgemeine Zeitung, 2. Januar 2017

Herr Knabe, besteht denn überhaupt noch Bedarf für eine Stasi-Unterlagenbehörde? Sind die entscheidenden Fragen nicht schon beantwortet?

Keineswegs – im Gegenteil: Wir erleben einen Prozess der Historisierung der DDR. Sie taucht in den Medien kaum noch auf. Deswegen ist es sehr viel schwieriger geworden, die Erfahrung mit dem Kommunismus wachzuhalten und an die nächste Generation weiterzugeben. Hinzu kommt: Die DDR hat keine Leichenberge wie das Dritte Reich hinterlassen. Das Unrecht ist nicht so leicht erkennbar. Viele denken an Plastikautos oder Vollbeschäftigung, wenn von der DDR die Rede ist – und nicht an eine menschenverachtende Diktatur. Deshalb ist es heute umso wichtiger, aktiv über das kommunistische System aufzuklären.

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Vorschlag zur Zitierweise: Was wir über die DDR-Diktatur immer noch nicht wissen
Heute vor 25 Jahren wurden die Stasi-Akten geöffnet. Ein Gespräch über das Vergessen und letzte DDR-Geheimnisse, Berichte und Meinungen, 03/2017