28.2.2018 | Die Gruppe Ulbricht

Gruppe Ulbricht
Über die von der SED-Geschichtsschreibung als „Initiativgruppen von Beauftragten des ZK der KPD“ bezeichneten Einsatzteams deutscher Kommunisten aus dem Moskauer Exil ist in der wissenschaftlichen Literatur über die Jahre viel geschrieben worden. Der folgende Beitrag widmet sich der Entstehungsgeschichte der „Initiativgruppen“ und lenkt die Aufmerksamkeit des Lesers speziell auf die einzelnen Entwicklungsschritte auf dem Weg ihrer personellen Zusammensetzung.

Einsatzplanung der Moskauer KPD-Kader im Frühjahr 1945

Zur Entstehungsgeschichte der Gruppen „Ackermann“, „Sobottka“ und „Ulbricht“

Von Peter Erler

Veröffentlicht in: Zeitschrift des Forschungsverbunds SED-Staat, 35/2014, S. 116-128, geringfügig überarbeitet und ergänzt 2018

Insbesondere das Agieren der „Gruppe Ulbricht“ musste und muss je nach politischer Präferenz der Autoren beziehungsweise Herausgeber immer wieder als ausdruckstarker Topos bei der Interpretation der Nachkriegsentwicklung in der sowjetisch besetzten Zone als Beginn der „zweiten deutschen Diktatur“ oder einer „antifaschistisch-demokratischen Neuordnung“ herhalten.

Dabei gibt es immer noch eine Reihe unbeantworteter Fragen über das Zustandekommen der Gruppen und ihr Agieren. Völlig verkannt und ignoriert wird zum Beispiel die Rolle des NKWD beim Einsatz der drei Gruppen und hier speziell beim Aufbau der örtlichen deutschen Verwaltungen. Unübersehbare Defizite gibt es auch hinsichtlich der widersprüchlichen Zielplanung und der kaderstrukturellen Genese der Gruppen. Forschungen zum Thema werden durch den stark eingeschränkten Zugang zu relevanten Quellenbeständen in russischen Archiven erschwert. Bereits vorliegende wissenschaftliche Studien fußen zumeist fast ausschließlich auf den kryptischen und schwer interpretierbaren handschriftlichen Notizen von Wilhelm Pieck.

Download des Artikels

Vorschlag zur Zitierweise: Peter Erler, Einsatzplanung der Moskauer KPD-Kader im Frühjahr 1945. Zur Entstehungsgeschichte der Gruppen „Ackermann“, „Sobottka“ und „Ulbricht“, Studien und Analysen, 01/2018