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Pannach Gerulf

Gerulf Pannach

Literatur

  • Pannach, G.: Als ich wie ein Vogel war. Texte (1999)

1948 in Arnsdorf bei Dresden geboren, begann er in der DDR zunächst ein Jurastudium. Nach dessen Abbruch war er unter anderem für die so genannte Singebewegung und verschiedene Musikgruppen tätig. Als Keyboarder der in der DDR außerordentlich populären „Klaus Renft Combo“ schrieb er ab Anfang der siebziger Jahre zahlreiche SED-kritische Liedtexte. Sie führten 1975 schließlich zu einem Auftrittsverbot der Gruppe, das vom Staats- und Parteichef der DDR, Erich Honecker, persönlich gebilligt worden war. Mit den Renft-Musikern Christian Kunert und Thomas Schoppe sowie dem Lyriker Jürgen Fuchs nahm Pannach jedoch heimlich weiter Musikstücke auf. Um die Protestbewegung gegen die Biermann-Ausbürgerung einzuschüchtern, wurden sie im November 1976 vom Ministerium für Staatssicherheit (MfS) verhaftet.

Nach achtmonatiger Untersuchungshaft im Gefängnis Berlin-Hohenschönhausen schob man sie in die Bundesrepublik ab. Dort traten Pannach und Kunert als Duo auf und spielten insgesamt fünf Schallplatten ein. Nach dem Mauerfall im November 1989 trat Pannach wieder mit der neu gegründeten Renft Combo auf. Als Texter arbeitete er auch für die Puhdys und für Veronika Fischer. Pannach starb 1998 in Berlin an Nierenkrebs. Aufgrund seines frühen Todes wurde die Vermutung geäußert, dass das MfS prominente Dissidenten in der DDR fahrlässig oder gezielt Röntgenstrahlen aussetzte.