13.9.2013 | „Deutschland verliert einen großen Schriftsteller“

Gedenkstättendirektor Knabe bestürzt über Erich Loests Tod

Der Direktor der Stasiopfer-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, hat heute (13.09.) mit tiefer Betroffenheit auf den Tod des Schriftstellers Erich Loest reagiert. ."Deutschland verliert damit nicht nur einen großen Schriftstellers, sondern auch einen Vorkämpfer für Freiheit und Demokratie. Ich bin sehr traurig, dass dieser aufrechte Mann nicht mehr unter uns ist."

Knabe zeigte sich auch er-schüttert über die Umständen von Loests Tod. Dieser hatte sich gestern Abend nach langer Krankheit in einem Leipziger Krankhaus das Leben genommen. "Erich Loest war immer eigenwillig und unberechenbar. Darin ist er sich bis zu seinem Ende treu geblieben," sagte der Historiker.

Der Förderverein der Gedenkstätte hatte Erich Loest im vergangenen November für sein Engagement in der Aufarbeitung der SED-Diktatur mit dem Hohenschönhausen-Preis ausgezeichnet. In seinen Werken wie „Durch die Erde ein Riß“ oder „Nikolaikirche“ habe er zahlreichen Menschen in ganz Deutschland ein realistisches Bild der DDR als menschenfeindliche Diktatur vermittelt. Auch mit seinem Kampf gegen Überbleibsel kommunistischer Propaganda wie das Bronze-Relief „Aufbruch“ der Universität Leipzig habe er sich in besonderer Weise gegen einen unkritischen und nachlässigen Umgang mit der SED-Diktatur gewandt. Als vorbildlich würdigte die Jury auch, dass sich Loest, der in der DDR sieben Jahre im Gefängnis war, auch mit seinen eigenen politischen Irrtümern offen und kritisch auseinandergesetzt habe.

Kontakt:
André Kockisch, Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen
Telefon: 030 / 98 60 82-413
E-Mail: a.kockisch@stiftung-hsh.de

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