27.11.2013 | Menschenrechtler fordern Aufarbeitung der Militärdiktatur in Taiwan

Gedenkstättendirektor will Aktenzugang wie in Deutschland

Die Teilnehmer der 4. Internationalen Konferenz für Menschenrechtserziehung in Taipei haben eine bessere Aufarbeitung der Militärdiktatur in Taiwan gefordert. In einer Resolution forderten sie die Regierung von Taiwan auf, ehemalige politische Häftlinge finanziell und moralisch zu rehabilitieren.

Dazu gehörten auch der uneingeschränkte Aktenzugang und die strafrechtliche Verfolgung der Täter. Die Berichte der politischen Häftlinge sollten für die Nachwelt aufgezeichnet und an die nächsten Generationen weitergegeben werden. Nur eine unabhängige Wahrheitskommission könne dies leisten, so die Menschenrechtler.


Die Verabschiedung der Resolution war vom Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, vorgeschlagen worden. Er hatte den Eröffnungsvortrag auf der Konferenz gehalten, die am Dienstag (26.11.) zu Ende ging. Er forderte die taiwanesische Regierung insbesondere auf, vollen Zugang zu den Akten der 1987 beendeten Militärdiktatur zu gewähren. Die Insel war über vier Jahrzehnte ein autoritärer Einparteienstaat. Erst 1987 hob die Regierungspartei das Kriegsrecht auf und erlaubte die Gründung der ersten Oppositionspartei, der Demokratischen Fortschrittspartei.


Kontakt:
André Kockisch, Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen
Telefon: 030 / 98 60 82-413
E-Mail: a.kockisch@stiftung-hsh.de

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