20.6.2014 | 20 Jahre Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen

Wowereit sichert weitere finanzielle Unterstützung zu

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hat am Freitag (20.06.) an die Gründung der Gedenkstätte im früheren Stasi-Gefängnis Berlin-Hohenschönhausen vor 20 Jahren erinnert. Er würdigte die erfolgreiche Arbeit der Gedenkstätte, die 1994 mit 3000 Besuchern pro Jahr begonnen und heute jährlich fast 400.000 Besucher habe. „Ich habe hohen Respekt vor den festen und ehrenamtlichen Mitarbeitern, die sich hier engagieren,“ sagte Wowereit, der als für kulturelle Angelegenheiten zuständiges Mitglied des Senats formal Vorsitzender des Stiftungsrats der Gedenkstätte ist. Die besondere Chance dieses Ortes bestehe darin, die Menschen „abzuholen“ und auch emotional zu erreichen. „Insofern muss das bei wachsendem Bedarf auch ausfinanziert werden.“

Der Direktor der Gedenkstätte, Hubertus Knabe, betonte, dass das Land Berlin das ehemalige Stasi-Gefängnis – anders als die Berliner Mauer – bereits zwei Jahre nach der Wiedervereinigung unter Denkmalschutz gestellt habe. „Das war ein Glücksfall, denn dadurch blieb das Gefängnis fast unverändert erhalten.“ In der Folgezeit seien rund 38 Millionen Euro in den Erhalt und Umbau gesteckt worden. Die Besucherzahlen seien seit 1994 kontinuierlich angestiegen, so dass bisher mehr als 3,3 Millionen Besucher an einer Führung teilgenommen hätten. Allerdings müssten wegen Überfüllung inzwischen jedes Jahr mehr als 20.000 Besucher abgewiesen werden. Knabe schlug deshalb vor, das ehemalige DDR-Polizeigefängnis am Berliner Alexanderplatz als zweiten Standort der Gedenkstätte zu nutzen. Wowereit sagte eine Prüfung des Vorschlags zu. „Das kostet sicher auch Geld, aber ich denke, das ist gut investiertes Geld,“ so der Regierende Bürgermeister.

Aus Anlass des 20-jährigen Bestehens der Gedenkstätte ist am Sonntag (22.06.) die Besichtigung für Einzelbesucher kostenlos. Am Mittwoch (25.06., 19.00 Uhr) findet in der Gedenkstätte eine Diskussionsveranstaltung mit an der Gründung Beteiligten statt, unter ihnen die erste Leiterin der Gedenkstätte Gabriele Camphausen und der Historiker Stefan Wolle.

Kontakt:
André Kockisch

Tel. 030 / 98 60 82-413
a.kockisch@stiftung-hsh.de

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