4.11.2014 | Gedenkfeier für Tote des sowjetischen Speziallagers

Gedenkstätte stellt Totenbuch vor

Am Freitag (07.11., 14.00 Uhr) erinnern die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen und der Berliner Bezirk Lichtenberg auf dem Städtischen Friedhof Gärtnerstraße an die Toten des sowjetischen Speziallagers in Hohenschönhausen. Dabei stellt die Gedenkstätte erstmals ein Totenbuch vor, in dem mehr als 700 Verstorbene namentlich aufgeführt sind. Bei der Gedenkfeier sprechen der Bezirksbürgermeister Andreas Geisel und Wolfgang-Christian Fuchs von der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft e.V. (UOKG). Der ehemalige Häftling Horst Jänichen wird Namen der Verstorbenen verlesen.

Auf dem Gelände einer ehemaligen Großküche an der Genslerstraße hatte der sowjetische Geheimdienst nach dem Krieg etwa 20.000 Menschen inhaftiert, unter ihnen auch viele Frauen, Kinder und Jugendliche. Schät-zungen zufolge starben damals bis zu 1.000 Lagerinsassen. Die sterblichen Überreste von 127 Toten, die man bei Suchgrabungen Anfang der 90er Jahre gefunden hatte, wurden am 24. Oktober 1995 auf dem Friedhof in der Gärtnerstraße nachbestattet. Vier Jahre später wurden dort Gebeine von weiteren 132 Menschen beigesetzt.

Der Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, mahnt, die Toten aus Hohenschönhausen und den anderen sowjetischen Lagern in Deutschland nicht zu vergessen. „Für die Ostdeutschen war das Kriegsende der Beginn einer neuen Diktatur, die erneut Hunderttausende in Lagern verschwinden ließ. Das wird heute vielfach vergessen.“ Sowjeti-schen Zählungen zufolge seien insgesamt über 380.000 Menschen in Lager eingewiesen worden, von denen mindestens ein Viertel gestorben sei.

Freitag, 7. November 2014
14.00 Uhr: Städtischer Friedhof Hohenschönhausen, Gärtnerstraße 7, 13055 Berlin
15.30 Uhr: Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Genslerstraße 66, 13055 Berlin

Kontakt:
André Kockisch

Tel. 030 / 98 60 82-413
a.kockisch@stiftung-hsh.de