23.1.2014 | Gedenkstätte informiert über Misshandlungen in DDR-Gefängnissen

Ausstellungseröffnung in Magdeburg

Eine Ausstellung in Magdeburg informiert ab Mittwoch (29.01.) über die Miss-handlung von Häftlingen in DDR-Gefängnissen. Dabei geht es auch um Maß-nahmen, mit denen Häftlinge zur Arbeit für ostdeutsche Industriebetriebe gezwungen wurden. Die Ausstellung dokumentiert unter anderem den Fall einer Inhaftierten, die im Frauenzuchthaus Hoheneck in Einzelarrest kam, weil sie die ihr abverlangten Arbeitsnormen nicht erfüllte.

Das Ausmaß der wirtschaftlichen Ausbeutung von DDR-Häftlingen, von der auch westdeutsche Firmen profitierten, ist erst unlängst durch eine Untersuchung der Stasi-Unterlagen-Behörde in den Blickpunkt der Öffentlichkeit geraten.

Die Ausstellung zeigt nicht nur das Ausmaß der Misshandlungen in DDR-Gefängnissen, sondern auch die mangelhafte strafrechtliche Aufarbeitung nach dem Ende der DDR. Zwar wurden ab 1990 Tausende Ermittlungsverfahren gegen Gefängniswärter eingeleitet, doch nur zwei Bedienstete mussten ins Gefängnis. Die Opfer erhielten weder für die geleistete Zwangsarbeit noch für die ihnen zugefügten Verletzungen eine Entschädigung.

Die Ausstellung der Gedenkstätten Berlin-Hohenschönhausen und Bautzen wird am Dienstagabend (28.01., 19.00 Uhr) im Alten Rathaus von Magdeburg eröffnet. Sie wurde von der Bundesstiftung Aufarbeitung und dem Deutschen Richterbund gefördert. Zur Eröffnung sprechen der Magdeburger Oberbürgermeister Lutz Trümper, der Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen Hubertus Knabe sowie die Landesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen Birgit Neumann-Becker. Anschließend findet eine Podiumsdiskussion statt, an der auch ein Betroffener teilnimmt.

Zeit: 28. Januar 2014, 19.00 Uhr
Ort: Ratsdiele Altes Rathaus, Alter Markt 6, 39090 Magdeburg

Kontakt:
André Kockisch

Tel. 030 / 98 60 82-413
a.kockisch@stiftung-hsh.de

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