21.2.2014 | Gedenkstätte präsentiert Handbuch zur Aufarbeitung von Diktaturen

Experten diskutieren über Vorbildfunktion deutscher Vergangenheitspolitik

Die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen hat ein neues Handbuch zur Aufarbeitung von Diktaturen veröffentlicht. Es beschreibt erstmals ausführlich, welche Aufgaben nach dem Ende einer Diktatur zu lösen sind. Das Buch, das in deut-scher, englischer, französischer, spanischer und arabischer Sprache erscheint, wird am Montag (24.02., 18.00 Uhr) in der Berliner Zentrale der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) vorgestellt.

Das Handbuch ist das Ergebnis eines zweijährigen Projektes zur Unterstützung der Diktaturaufarbeitung in Tunesien. Das Auswärtige Amt hat das Projekt im Rahmen der Transformationspartnerschaft mit Tunesien mit mehr als 600.000 Euro gefördert. Entstanden sind in diesem Rahmen auch ein Dokumentarfilm, eine Sammlung von Interviews mit Folteropfern, zwei Ausstellungen, ein Plakatwettbewerb und ein Konzept für eine Gedenkstätte in Tunesien.

Das Buch mit dem Titel „Aus der Geschichte lernen. Ein Handbuch zur Aufarbeitung von Diktaturen” wurde von dem Berliner Zeithistoriker und Journalisten Sven Felix Kellerhoff in enger Abstimmung mit der Gedenkstätte verfasst. Anhand konkreter Beispiele aus Deutschland beschreibt es, wie Akten gesichert, Funktionäre bestraft oder entlassen und Opfer entschädigt werden können. Es soll vor allem in der internationalen Arbeit der Gedenkstätte zum Einsatz kommen und Interessierten aus anderen Ländern helfen, staatliches Unrecht im Nachhinein besser aufzuarbeiten.

Über die internationale Vorbildfunktion Deutschlands in diesem Bereich diskutieren der Autor des Handbuches und weitere Experten im Rahmen der Buchvorstellung am Montag in der Berliner GIZ-Zentrale. Auch der tunesische Botschafter wird dort sprechen. Anschließend wird der im Rahmen des Projektes entstandene Dokumentarfilm „Mémoire noire“ (Schwarzes Gedächtnis) des tunesischen Filmemachers Hichem Ben Ammar uraufgeführt.

Zeit: Montag, 24. Februar 2014, 18.00 Uhr
Ort: GIZ-Repräsentanz Berlin, Reichpietschufer 20, 10785 Berlin

Kontakt:
André Kockisch

Tel. 030 / 98 60 82-413
a.kockisch@stiftung-hsh.de

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