21.10.2014 | Wo die Mauer erst im Dezember fiel

Gedenkstätte erinnert an das Schicksal der politischen Gefangenen in der DDR 1989

Als in Berlin die Mauer fiel und zehntausende Menschen über die offenen Grenz-übergänge in den Westen strömten, blieben die Mauern der über 80 DDR-Gefängnisse weiter unüberwindbar. Erst im Dezember 1989 kamen die letzten politischen Gefangenen der SED frei.

Die Gedenkstätte im ehemaligen Stasi-Gefängnis Berlin-Hohenschönhausen er-innert am Donnerstag (23.10., 19.00 Uhr) an den verspäteten Mauerfall in den DDR-Gefängnissen. Vier ehemalige politische Häftlinge berichten aus erster Hand, wie sich der Mauerfall auf die Situation in den ostdeutschen Haftanstalten auswirkte. Sie erzählen von politischer Ahnungslosigkeit, von aufkeimenden Unruhen und von einem zunehmend verunsicherten Wachpersonal.

Für die politischen Gefangenen der DDR fiel die Mauer erst Wochen nach dem 9. November 1989. Anne Hahn, die versucht hatte, die DDR über Aserbaidschan und den Iran zu verlassen, wurde am 17. November aus der Haft entlassen. Norbert Grohmer, der wegen Spionage in der Haftanstalt Bautzen saß, kam erst am 21. Dezember frei. Der vermutlich letzte politische Gefangene der DDR, Mirko Röwer, saß wegen versuchter Republikflucht in der Haftanstalt Cottbus und wurde sogar erst einen Tag vor Weihnachten freigelassen. Oft erfuhren die Freigelassenen erst von Freunden, dass die Mauer gefallen war, und konnten es kaum glauben.

Der Besuch der Veranstaltung ist kostenlos, um Voranmeldung wird gebeten.

Zeit: Donnerstag, 23. Oktober 2014, 19.00 Uhr
Ort: Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Genslerstr. 66, 13055 Berlin

Kontakt:
André Kockisch

Tel. 030 / 98 60 82-413
a.kockisch@stiftung-hsh.de

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