3.11.2015 | Gedenkfeier für Lagertote in Berlin-Hohenschönhausen

Kranzniederlegung für Opfer des Speziallagers

Die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen und der Berliner Bezirk Lichtenberg erinnern am Freitag (06.11., 14.00 Uhr) an die Opfer des sowjetischen Speziallagers Nr. 3 in Berlin. Das Lager war im Juni 1945 eingerichtet worden und markiert den Beginn des kommunistischen Terrors in Ostdeutschland. Die Gedenkfeier, bei der unter anderem die Lichtenberger Bezirksbürgermeisterin Birgit Monteiro spricht, findet auf dem Städtischen Friedhof an der Gärtnerstraße in Berlin-Hohenschönhausen statt.

Hauptredner ist der ehemalige Lagerhäftling Heinz-Joachim Schmidtchen. Er berichtet während der Veranstaltung von seinen Erfahrungen in dem sowjetischen Lager. Er war 1946 von der sowjetischen Geheimpolizei wegen Protesten gegen die Zwangsvereinigung von SPD und KPD verhaftet worden. Von Juni bis August 1946 hielt man ihn im sowjetischen Speziallager Nr.3 in Berlin-Hohenschönhausen gefangen, anschließend kam er ins Speziallager Sachsenhausen. Vier Jahre später wurde ihm in Waldheim der Prozess gemacht. Das Urteil lautete zehn Jahre Gefängnis.

Auf dem Gelände der heutigen Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen inhaftierte die sowjetische Geheimpolizei nach dem Zweiten Weltkrieg etwa 20.000 Menschen, unter ihnen auch Frauen, Kinder und Jugendliche. Schätzungen zufolge starben bis zu 1.000 Lagerinsassen. Nach dem Ende der DDR wurden bei Suchgrabungen die sterblichen Überreste von 127 Toten gefunden. Diese wurden 1995 auf dem Friedhof in der Gärtnerstraße nachbestattet. Vier Jahre später wurden dort die Gebeine von weiteren 132 Menschen beigesetzt.

Freitag, 6. November 2015, 14.00 Uhr
Städtischer Friedhof Hohenschönhausen
Gärtnerstraße 7, 13055 Berlin

Kontakt:
Jennifer Kunze, Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen
Telefon: 030 / 98 60 82-448
E-Mail: pressestelle@stiftung-hsh.de

Download der Pressemitteilung

2015 11 06 Denkort Kranz

2015 11 06 Denkort Monteiro

2015 11 06 Denkort Schmidtchen