2.6.2015 | Gedenkstätte erinnert an Errichtung von sowjetischem Speziallager vor 70 Jahren

Gedenkveranstaltung mit Michael Müller im Roten Rathaus

Die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen und der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, erinnern am Donnerstagvormittag (04.06, 11.00 Uhr) im Roten Rathaus an die Einrichtung des sowjetischen Speziallagers Nr. 3 in Berlin vor 70 Jahren. Die sowjetische Geheimpolizei NKWD konzentrierte ab Juni 1945 Tausende verhaftete Berliner in einem ehemaligen Fabrikgebäude an der Genslerstraße in Berlin-Hohenschönhausen. Aufgrund der Haftbedingungen kamen etwa 1000 von ihnen ums Leben, ihre Leichen wurden in Massengräbern verscharrt. Die Gedenkstätte, die im letzten Jahr die Namen von 700 Toten veröffentlicht hat, will mit der Veranstaltung daran erinnern, dass auf das nationalsozialistische Regime in Ostdeutschland eine neue Diktatur folgte.

Im ersten Teil der Gedenkveranstaltung berichten zwei ehemalige Gefangene über ihre Erfahrungen in dem Lager: Lotte Ohnezeit und Horst Jänichen waren dort als Jugendliche in Haft. Anschließend diskutieren der Präsident des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Markus Meckel, der Historiker Peter Erler sowie das Mitglied des Abgeordnetenhauses Danny Freymark über den Umgang mit den sterblichen Überresten der Toten. Bis 1999 hatte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge die Gebeine von 249 Gefangenen geborgen und auf einem nahegelegenen Friedhof nachbestattet. Mehr als 700 Tote haben aber bis heute keine letzte Ruhestätte gefunden.

Donnerstag, 4. Juni 2015, 11.00 bis 13.00 Uhr
Rotes Rathaus, Wappensaal
Rathausstraße, 10178 Berlin

Kontakt:
André Kockisch
Telefon: 030 / 98 60 82-413
E-Mail: a.kockisch@stiftung-hsh.de

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2015 06 04 SpezLager Ohnezeit

2015 06 04 SpezLager Jaenichen

2015 06 04 SpezLager Saal