8.9.2015 | Gedenkstätte informiert über Misshandlungen in DDR-Gefängnissen

Ausstellungseröffnung mit Rostocker Oberbürgermeister

Eine Ausstellung in Rostock informiert ab Donnerstag (10.09.) über die Misshand-lung von Häftlingen in DDR-Gefängnissen. Dabei geht es auch um Maßnahmen, mit denen Häftlinge zur Arbeit für ostdeutsche Industriebetriebe gezwungen wurden. Die Ausstellung dokumentiert unter anderem den Fall einer Inhaftierten, die im Frauenzuchthaus Hoheneck in Einzelarrest kam, weil sie die ihr abverlangten Arbeitsnormen nicht erfüllte. Das Unternehmen Galeria Kaufhof hatte Ende August vorgeschlagen, einen Fonds für betroffene Opfer einzurichten. Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Iris Gleicke, hatte angekündigt, den Vorschlag aufzugreifen und mit Leben zu füllen.

Die Ausstellung zeigt nicht nur das Ausmaß der Misshandlungen in DDR-Gefängnissen, sondern auch die mangelhafte strafrechtliche Aufarbeitung nach dem Ende der DDR. Zwar wurden Tausende Ermittlungsverfahren gegen die beteiligten Gefängniswärter eingeleitet, doch nur zwei Bedienstete mussten ins Gefängnis. Die Opfer erhielten weder für die geleistete Zwangsarbeit noch für die ihnen zugefügten Verletzungen eine Entschädigung.

Die Ausstellung der Gedenkstätten Berlin-Hohenschönhausen und Bautzen wird am Donnerstag (10.09., 15.00 Uhr) im Rostocker Rathaus von Oberbürgermeister Roland Methling eröffnet. Sie wurde von der Bundesstiftung Aufarbeitung und dem Deutschen Richterbund gefördert. Der Eintritt ist frei.

10. September 2015, 15.00 Uhr
Rathaus Rostock
Alter Markt 1, 18055 Rostock

Kontakt:
André Kockisch
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 030 / 98 60 82-413
a.kockisch@stiftung-hsh.de

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