27.3.2015 | Gedenkstätte muss immer mehr Besucher abweisen

Ab April zusätzliche Rundgänge für Einzelbesucher

Wegen Überfüllung muss die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen immer mehr Besucher abweisen. Allein in den ersten beiden Monaten des Jahres 2015 wurden 220 Gruppen mit über 9.000 Teilnehmern zurückgewiesen. 2014 blieb mehr als 30.000 Menschen eine Besichtigung des ehemaligen Stasi-Gefängnisses verwehrt. Grund dafür ist laut Gedenkstättendirektor Hubertus Knabe vor allem die große Nachfrage von Schulklassen. „Wir sind bereits jetzt an vielen Tagen des Jahres ausgebucht. Da bleibt uns nichts anderes übrig, als abzusagen.“

Knabe betonte, es sei Aufgabe des Senats, des Bundes und der anderen Bundesländer, hier Abhilfe zu schaffen. „Es kann nicht sein, dass junge Leute, die sich über die DDR informieren wollten, nicht die Möglichkeit dazu bekommen.“ Der Historiker verwies in diesem Zusammenhang auf seinen Vorschlag, dass die Gedenkstätte zusätzlich das leer stehende ehemalige Ost-Berliner Polizei-gefängnis unweit des Alexanderplatzes nutzt. „Wir könnten dort jederzeit mit Führungen beginnen, brauchen dazu aber einen Auftrag des Senats oder des Abgeordnetenhauses. Leider hat sich hier trotz vielfältiger Bemühungen nichts getan.“

Um die Situation zu entspannen, will die Gedenkstätte ab sofort Gruppenführungen auch in den frühen Abendstunden ermöglichen. Einzelbesucher können von April bis Oktober täglich zwischen 10.00 und 16.00 Uhr zu jeder vollen Stunde an öffentlichen Rundgängen teilnehmen. Touren in englischer Sprache werden nun täglich um 11.30 und 14.30 Uhr angeboten. Nach Einschätzung der Gedenkstätte reichen diese Maßnahmen aber nicht aus, die große Nachfrage nach Führungen zu befriedigen.

Kontakt:
André Kockisch
Telefon: 030 / 98 60 82-413
E-Mail: a.kockisch@stiftung-hsh.de

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