9.1.2015 | Stasi-Verfolgte lesen aus ihren Akten

Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen erinnert an die Erstürmung der Stasi-Zentrale vor 25 Jahren

Mit einer ungewöhnlichen Lesung erinnert die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen am Donnerstag (15.01.) an die Erstürmung der Stasi-Zentrale in Berlin vor 25 Jahren. Frühere Verfolgte lesen im ehemaligen Stasi-Gefängnis aus den Akten, die der DDR-Staatssicherheitsdienst über sie angelegt hatte. Zwischen 10 und 15 Uhr können Besucher im Originalton hören, was die Stasi über ihre Opfer aufgeschrieben hat. An der Lesung beteiligen sich acht ehemalige DDR-Häftlinge, die wegen Fluchtversuchs oder Kritik an der SED-Diktatur verhaftet worden waren.

Am Samstag (17.01.) beteiligt sich die Gedenkstätte auch am Bürgertag in der ehemaligen Stasi-Zentrale. Sie zeigt dort zwei Original-DDR-Gefangenentransporter. Mit den Fahrzeugen wurden Häftlinge in das Stasi-Gefängnis Berlin-Hohenschönhausen eingeliefert oder in andere Haftanstalten gebracht. Die winzigen fensterlosen Zellen zeigen anschaulich die menschenunwürdige Behandlung der Gefangenen durch den Staatssicherheitsdienst.

Am 15. Januar 1990 besetzten DDR-Bürger die Stasi-Zentrale in der Normannenstraße in Berlin-Lichtenberg. Sie stoppten damit nicht nur die seit Wochen laufende Vernichtung von Unterlagen. Sie trugen auch entscheidend dazu bei, dass die DDR-Regierung 1990 den Staatssicherheitsdienst ersatzlos auflöste. Zwei Jahre später konnten Stasi-Opfer erstmals offiziell in die über sie geführten Geheimdienstakten Einsicht nehmen. Weltweit gilt dies als historisch einmaliger Vorgang.

Eine Anmeldung zu den Veranstaltungen ist nicht erforderlich, der Eintritt ist frei.

Kontakt:
André Kockisch
Telefon: 030 / 98 60 82-413
E-Mail: a.kockisch@stiftung-hsh.de

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