10.9.2015 | Tag des offenen Denkmals im Stasi-Gefängnis

Gedenkstätte zeigt erstmals frühere Häftlingstischlerei

Die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen öffnet am kommenden Wochenende (12. / 13.09.) erstmals die frühere Häftlingstischlerei des DDR-Staatssicherheitsdienstes für Besucher. Am Tag des offenen Denkmals können zudem die Unterkünfte der Strafgefangenen besichtigt werden, die in der ehemaligen Stasi-Haftanstalt Zwangsarbeit leisten mussten. Darüber hinaus werden die Gefängnisküche, selbst gebaute Gefangenentransporter und die Exponatsammlung der Gedenkstätte gezeigt. Für die Sonderführungen ist eine Anmeldung unter Tel. 030 / 98 60 82-413 erforderlich. Der Tag des offenen Denkmals steht in diesem Jahr unter dem Motto „Handwerk, Technik, Industrie“.

Das Ministerium für Staatssicherheit betrieb in Hohenschönhausen bis 1989 ihr zentrales Untersuchungsgefängnis. Nebenan befand sich bis 1974 ein geheimes Arbeitslager, das sogenannte Lager X, in dem seit 1952 rund 8.000 Häftlinge Zwangsarbeit leisten mussten. In der Haftanstalt arbeiteten sogenannte Strafgefangenenarbeitskommandos, die von den Untersuchungshäftlingen getrennt untergebracht waren. Weibliche Häftlinge wurden vor allem als Reinigungs- und Küchenkräfte eingesetzt. Männliche Strafgefangene arbeiteten unter anderem als Schlosser, Tischler und Elektriker. Die Nutzung von Strafgefangenen als Arbeitskräfte durch den Staatssicherheitsdienst erfolgte lange Zeit ohne jede Rechtsgrundlage. Die Opfer erhielten bisher keine Entschädigung.

Führungen zum Tag des offenen Denkmals
12. / 13. September 2015

Das Stasi-Gefängnis
10.00 bis 16.00 Uhr, zu jeder vollen Stunde

Küche und Tischlerei
10.30 und 14.30 Uhr

Führung durch die Sammlung
13.00 Uhr

Gefangenentransporter
(W50, Barkas, Grotewohl-Express)
11.30 und 15.30 Uhr

Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen
Genslerstraße 66, 13055 Berlin

Kontakt:
André Kockisch
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 030 / 98 60 82-413
a.kockisch@stiftung-hsh.de

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