5.2.2016 | Bezirk Mitte plant Bärbel-Bohley-Straße

Initiative von Gedenkstättendirektor Hubertus Knabe

Der Berliner Bezirk Mitte will für die Neugestaltung des Mauerparks eine Straße nach Bärbel Bohley benennen. Gedenkstättendirektor Hubertus Knabe hatte im November 2014 Bezirksbürgermeister Christian Hanke die DDR-Bürgerrechtlerin als Namenspatin empfohlen. Trotz ihres herausragenden bürgerrechtlichen Engagements erinnere bis heute in Berlin keine Straße an die viel zu früh verstorbene „Mutter der Friedlichen Revolution“, so Knabe.

Die Arbeitsgemeinschaft Geschichte der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Berlin-Mitte stimmte dem Vorschlag letzte Woche zu. In ihrer nächstmöglichen Sitzung will die BVV darüber abstimmen, den in östlicher Richtung gelegenen Straßenbogen am Mauerpark in Bärbel-Bohley-Ring umzubenennen.

Bohley wurde 1945 in Berlin geboren und arbeitete seit den 70er Jahren als freischaffende Malerin. Als Gründerin der Initiative „Frauen für den Frieden“ kam sie Anfang der 80er Jahre wegen angeblicher „landesverräterischer Nachrichtenübermittlung“ in die Untersuchungshaftanstalt Berlin-Hohenschönhausen. Sie erhielt daraufhin keine staatlichen Aufträge mehr und wurde mit Ausstellungsverbot belegt. Verstärkt setzte sie sich als Mitbegründerin der „Initiative Frieden und Menschenrechte“ für die Durchsetzung demokratischer Grundrechte in der DDR ein. Das Ministerium für Staatssicherheit zählte sie zu den gefährlichsten Gegnern des SED-Regimes. Nach einer erneuten Verhaftung gründete Bohley im September 1989 die Bürgerrechtsbewegung „Neues Forum“. Auch nach der Wiedervereinigung setzte sie sich für die Opfer der SED-Diktatur ein. Bohley verstarb am 11. September 2010 infolge einer Krebserkrankung.

Kontakt:
André Kockisch
Telefon: 030 / 98 60 82-413
E-Mail: a.kockisch@stiftung-hsh.de


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