21.9.2016 | DDR-Kultband „Renft“ spielt im Stasi-Gefängnis

Veranstaltung zum 40. Jahrestag der Ausbürgerung von Wolf Biermann

Am Freitag (23.9., 18 Uhr) wird die DDR-Kultband „Renft“ ein Konzert im Hof des ehemaligen zentralen Stasi-Gefängnisses in Berlin-Hohenschönhausen geben. Anlass ist der 40. Jahrestag der Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann im November 1976. Vor dem Konzert erinnern Zeitzeugen in einer Podiumsdiskussion an die Folgen der Biermann-Ausbürgerung für die DDR. Eine Reihe seiner Unterstützer, darunter zwei Musiker der Gruppe „Renft“, war damals im Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen inhaftiert worden. Die Gruppe selbst wurde zu DDR-Zeiten verboten und 1990 wiedergegründet. Die Veranstaltung findet im Freien statt, der Eintritt ist frei.

Zu den Teilnehmern der Podiumsdiskussion gehört die Witwe des Schriftstellers Jürgen Fuchs, Lilo Fuchs, der nach der Biermann-Ausbürgerung ebenfalls verhaftet wurde. Auch der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, der mit Fuchs eng befreundet war, nimmt daran teil. Ferner diskutieren der Musiker Christian „Kuno“ Kunert, der Mitbegründer des West-Berliner Schutz-Komitees „Freiheit und Sozialismus“, Hannes Schwenger, und der Geschäftsführer der Stiftung Sächsische Gedenkstätten, Siegfried Reiprich.

Dem SED-kritischen Liedermacher Wolf Biermann war nach einem Konzert in Köln im November 1976 die Staatsbürgerschaft der DDR aberkannt worden. Die Ausbürgerung löste in beiden deutschen Staaten Proteste aus. Die DDR-Regierung reagierte mit einer Verschärfung ihres kulturpolitischen Kurses. Biermann veröffentlicht im Oktober seine Autobiographie und wird im November 80 Jahre alt.

Die Veranstaltung wird gemeinsam von der Stiftung Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Stiftung Berliner Mauer, dem Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen und der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur ausge-richtet. Sie wird live übertragen auf facebook.com/StasiGefaengnis.

Zeit: Freitag, 23. September 2016, 18 bis 22 Uhr
Ort: Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Genslerstr. 66, 13055 Berlin

Kontakt:
André Kockisch, Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen
Telefon: 030 / 98 60 82-413
E-Mail: a.kockisch@stiftung-hsh.de


Download der Pressemitteilung