12.4.2016 | Ex-DDR-Bürger demonstrieren für höhere Renten

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Knabe: „Bundestag sollte aktiv werden“

Der Direktor der Stasiopfer-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, hat Verständnis für eine Demonstration ehemaliger DDR-Bürger in Berlin geäußert, die sich gegen die derzeitige Berechnung ihrer Renten richtet. „Viele Stasi-Opfer wurden zu DDR-Zeiten freigekauft und in das westdeutsche Rentensystem eingegliedert. Nach der Wiedervereinigung wurden sie nachträglich wieder zu DDR-Bürgern gemacht. Ausgerechnet die Gegner der SED-Diktatur erlitten dadurch erhebliche finanzielle Nachteile“, erklärte Knabe. „Ich meine, der Bundestag sollte hier aktiv werden und diesen Zustand ändern.“

Die Interessensgemeinschaft ehemaliger DDR-Flüchtlinge (IEDF) und die Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS) haben dazu aufgerufen, am Mittwoch (13.04., 14 Uhr) mit einem Marsch vom Bundesarbeitsministerium zum Kanzleramt gegen den „Rentenbetrug“ zu demonstrieren. Betroffen sind ihren Angaben zufolge 316.000 DDR-Übersiedler, die vor dem Zusammenbruch des SED-Regimes Bürger der Bundesrepublik Deutschland geworden waren. Im Zusammenhang mit dem so genannten Rentenüberleitungsgesetzes (RÜG) wurden sie 1992 bei der Rentenberechnung wieder als DDR-Bürger eingestuft. Da viele von ihnen inzwischen ins Rentenalter gekommen sind, spüren sie jetzt die Folgen der Wiedereingliederung in das DDR-Rentensystem. Betroffen sind auch sämtliche Stasi-Häftlinge, die die DDR vor 1989 verlassen konnten.

Kontakt:
André Kockisch, Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen
Telefon: 030 / 98 60 82-413
E-Mail: a.kockisch@stiftung-hsh.de

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