6.9.2016 | Gedenkstätte zeigt früheres NS-Archiv der Stasi

Sonderführungen zum Tag des offenen Denkmals

Zum ersten Mal können Interessierte am kommenden Wochenende (10./11.9.) die denkmalgeschützte Villa des Industriellen Richard Heike in der Freienwalder Str. 17 in Hohenschönhausen besichtigen. Das Haus im ehemaligen Sperrgebiet Berlin-Hohenschönhausen beherbergte bis Ende 1989 das ehemalige NS-Archiv der Staatssicherheit. Im Rahmen des Tags des offenen Denkmals finden jeweils um 11, 13 und 15 Uhr Führungen durch das Gebäude statt. Die Rundgänge sind kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Das 1910 erbaute Wohn- und Geschäftshaus in direkter Nachbarschaft zum Stasi-Untersuchungsgefängnis wurde nach dem 2. Weltkrieg zunächst vom sowjetischen Geheimdienst als Berliner Zentrale und als Gefängnis genutzt. 1951 zog der DDR-Staatssicherheitsdienst ein und richtete hier einige Jahre später sein zentrales NS-Archiv ein. In der DDR waren Unterlagen aus der Nazi-Zeit nicht frei zugänglich, sondern wurden überwiegend vom Staatssicherheitsdienst verwahrt. Sie kamen vor allem bei Kampagnen gegen die Bundesrepublik zum Einsatz. Das seit Mitte der 90er Jahre leer stehende Gebäude steht unter Denkmalschutz und wird momentan zu einem Büro- und Atelierhaus umgebaut.

Die Gedenkstätte im früheren zentralen Stasi-Gefängnis bietet am Tag des offenen Denkmals auch Führungen durch das Haftkrankenhaus der Staatssicherheit an. Darin waren Menschen inhaftiert, die bei Fluchtversuchen angeschossen worden waren, die während der Haft schwer erkrankt waren oder die versucht hatten, Selbstmord zu begehen. Besucher können sich auch die Kellerbereiche des Stasi-Gefängnisses anschauen. Weibliche Strafgefangene mussten hier in der Küche, der Wäscherei und der Näherei arbeiten. Das gesamte Programm findet sich unter www.stiftung-hsh.de.

Kontakt:
André Kockisch, Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen
Telefon: 030 / 98 60 82-413
E-Mail: a.kockisch@stiftung-hsh.de


Download der Pressemitteilung