21.4.2016 | Gedenkveranstaltung zur Zwangsvereinigung von KPD und SPD vor 70 Jahren

2016 04 21 Kranzniederlegung
Gedenkstätte erinnerte an verfolgte Sozialdemokraten

Die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen hat am Donnerstag (21.04.) mit einer Kranzniederlegung an die Opfer der Zwangsvereinigung von SPD und KPD vor 70 Jahren erinnert. Am 21. und 22. April 1946 wurde auf einem Parteitag der beiden Parteien in Berlin die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) gegründet. Am Gedenkstein für die Opfer der kommunistischen Gewaltherrschaft sprachen Gedenkstättendirektor Hubertus Knabe, SPD-Landesgeschäftsführer Dennis Buchner und der Sozialdemokrat Heinz-Joachim Schmidtchen, der wegen seines Protestes gegen die Vereinigung jahrelang in Haft war.

Knabe wies auf das schwere Schicksal der Sozialdemokraten hin, die gegen die Vereinigung von SPD und KPD Widerstand geleistet hätten. Er erinnerte beispielhaft an den Berliner Abgeordneten Werner Rüdiger und das Mitglied des Berliner Parteivorstands, Julius Scherf, der 1947 im Lager Sachsenhausen ums Leben kam. „Wir würden uns mitschuldig machen, wenn wir länger zu dem kommunistischen Terror in Berlin und in der Ostzone schweigen würden“, zitierte er den späteren Bundeskanzler Willy Brandt, der die Verfolgungen seiner Parteigenossen 1948 angeprangert hatte.

Heinz-Joachim Schmidtchen, der in Berlin Plakate gegen die Vereinigung geklebt hatte, berichtete den etwa 70 Teilnehmern der Gedenkveranstaltung von seiner Verhaftung im Frühjahr 1946. „Wir wollten die KPD nicht, wir wollten die Zwangsvereinigung nicht. Das war mein Verbrechen.“ Nach seiner Haftentlassung floh er in die Bundesrepublik. „Ich bin froh, dass ich im Westen für die Demokratie arbeiten durfte. Zwei Diktaturen sind genug“, so Schmidtchen.

SPD-Landesgeschäftsführer Buchner rief die lange Geschichte der Verfolgung von Sozialdemokraten in Erinnerung, vom Kaiserreich über die NS-Herrschaft bis zum kommunistischen System im sowjetisch besetzten Teil Deutschlands. „Wir müssen uns gemeinsam engagieren und die Stimme gegen die Feinde der Demokratie erheben“, forderte er am Ende der Gedenkstunde.

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Kontakt:
André Kockisch, Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen
Telefon: 030 / 98 60 82-413
E-Mail: a.kockisch@stiftung-hsh.de

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