3.11.2016 | Knabe und Lederer diskutieren über SED-Unrecht

Filmpremiere „Der Ost-Komplex“ in Kulturbrauerei

Der Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, diskutiert am Samstag (5.11., 19:30 Uhr) mit dem Vorsitzenden der Berliner Linken, Klaus Lederer, über die Aufarbeitung des DDR-Unrechts. Anlass ist die Premiere des Dokumentarfilms „Der Ost-Komplex“ im Kino in der Berliner Kulturbrauerei, in dem ein ehemaliger Häftling des DDR-Staatssicherheitsdienstes porträtiert wird.

Regisseur Jochen Hick begleitet in dem Film den homosexuellen Stasi-Häftling Mario Röllig. Dieser wurde 1987 als 18-Jähriger wegen versuchter Republikflucht in Ungarn festgenommen. Nach seiner Haft im Stasi-Gefängnis Berlin-Hohenschönhausen durfte er 1988 in die Bundesrepublik ausreisen. Inzwischen arbeitet er als Referent in der Gedenkstätte, hält Vorträge vor Schulklassen und engagiert sich gegen eine Verklärung der kommunistischen Diktatur in der DDR. Der Dokumentarfilm lief auch auf der diesjährigen Berlinale in der Sektion „Panorama“.

Medienberichten zufolge hat Linken-Vorsitzender Lederer Interesse am Amt des Berliner Kultursenators. Damit wäre er per Gesetz auch Stiftungsratsvorsitzender der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen. Gedenkstättendirektor Knabe hatte eine solche Konstellation in einem Beitrag für den Berliner „Tagesspiegel“ kürzlich kritisiert und dabei an die Erfahrungen mit dem früheren Kultursenator Thomas Flierl erinnert. „Flierl zeigte gleich mehrfach, wie problematisch es war, einem Linken-Politiker das politisch sensible Feld der Kultur anzuvertrauen,“ hieß es in dem Beitrag unter Verweis auf Flierls passive Reaktion auf Proteste ehemaliger Stasi-Mitarbeiter gegen die Gedenkstätte im Frühjahr 2006.

Zeit: Samstag, 5. November 2016, 19:30 Uhr
Ort: Kino in der Kulturbrauerei, Schönhauser Allee 36, Berlin-Prenzlauer Berg

Kontakt:
André Kockisch, Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen
Telefon: 030 / 98 60 82-413
E-Mail: a.kockisch@stiftung-hsh.de

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