14.7.2016 | Russische Führungen in ehemaligem Sowjetgefängnis

Rundgänge jeden Sonntag 14 Uhr

Die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen bietet ab sofort Führungen in russischer Sprache an. Die Rundgänge durch das ehemalige zentrale Untersuchungsgefängnis des sowjetischen und später ostdeutschen Staatssicherheitsdienstes finden jeden Sonntag um 14 Uhr statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Eintritt kostet 6 Euro, ermäßigt 3 Euro. Schüler zahlen 1 Euro.

Gedenkstättendirektor Hubertus Knabe begründete die Einführung der russischen Führungen mit den zahlreichen Touristen und Einwanderern aus der ehemaligen Sowjetunion in Berlin: „Das Gefängnis in Hohenschönhausen präsentiert auch ein Stück sowjetische Geschichte. Deshalb möchten wir russischsprachigen Besuchern, die kein Deutsch oder Englisch können, bessere Möglichkeiten bieten, sich damit auseinanderzusetzen.“ Für Einzelbesucher gibt es in der Gedenkstätte sonst nur Führungen auf Deutsch und Englisch. Ein russischsprachiger Audioguide durch die Dauerausstellung steht bereits seit vergangenem Jahr zur Verfügung.

Auf dem Gelände der heutigen Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen befand sich nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst ein sowjetisches Speziallager. Nach Schließung des Lagers betrieb das sowjetische Ministerium für Staatssicherheit (MGB) hier sein zentrales Untersuchungsgefängnis für Deutschland. Zahlreiche Politiker wie der Fraktionschef der Liberalen in Thüringen, Hermann Becker, oder der Fraktionsgeschäftsführer der CDU in Sachsen-Anhalt, Ewald Ernst, saßen hier ein. 1951 wurde das Gefängnis dem DDR-Staatssicherheitsdienst übergeben, der es bis 1990 weiter betrieb.

Kontakt:
André Kockisch, Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen
Telefon: 030 / 98 60 82-413
E-Mail: a.kockisch@stiftung-hsh.de


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