30.3.2016 | Zeitzeugengespräche im ehemaligen Stasi-Gefängnis

Politische Häftlinge berichten von ihren Überlebensstrategien

Die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen lädt am Freitag (01.04.) zu Zeitzeugengesprächen in das frühere Stasi-Gefängnis. Anlass ist die Übernahme der sowjetischen Untersuchungshaftanstalt Berlin-Hohenschönhausen durch den Staatssicherheitsdienst der DDR vor 65 Jahren. Zwischen 10 und 15 Uhr berichten fünf ehemalige Häftlinge in der Cafeteria von ihren Erfahrungen und persönlichen Strategien im Umgang mit Isolation, Schikanen und Zersetzungsmaßnahmen durch das Ministerium für Staatssicherheit.

Für internationale Gäste findet 14.30 Uhr ein englischer Vortrag statt. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Für rund 11.000 Menschen wurde das Gefängnis in der Genslerstraße zum zentralen Ort der politischen Repression in der DDR. Haftgründe waren Fluchtversuche, DDR-kritische Äußerungen oder die Tatsache, nicht dem sozialistischen Ideal zu entsprechen. Nutzte der Staatssicherheitsdienst in den frühen 1950er Jahren noch physische Gewalt, kamen ab den 60er Jahren verstärkt psychologische Foltermethoden zum Einsatz. Viele leiden noch heute unter den Nachwirkungen ihrer Haftzeit. Erst die friedliche Revolution im Herbst 1989, die das Ende der SED-Diktatur einleitete, führte zur Auflösung des Staatssicherheitsdienstes und seiner Gefängnisse.

Datum: Freitag, 1. April 2016

Programm:

  • 10.00 Uhr: Arno Drefke, 1953 verhaftet
  • 11.00 Uhr: Lutz Hildebrandt, 1967 verhaftet
  • 13.00 Uhr: Monika Schneider, 1983 verhaftet
  • 14.00 Uhr: Sigrid Grünewald, 1981 verhaftet
  • 14.30 Uhr: Hans-Jochen Scheidler, 1968 verhaftet (in Englisch)

Ort: Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Genslerstr. 66, 13055 Berlin, Cafeteria

Kontakt:
André Kockisch, Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen
Telefon: 030 / 98 60 82-413
E-Mail: a.kockisch@stiftung-hsh.de


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