19.5.2017 | Auf Spurensuche im Stasi-Gefängnis

Sonderführungen zum Internationalen Museumstag

Die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen lädt am Sonntag (21.05.) unter dem Motto „Spurensuche im Stasi-Gefängnis“ erstmals zu Sonderführungen mit einer Bauarchäologin ein. Besucher können anhand der historischen Gebäude erkunden, wie das Ministerium für Staatssicherheit DDR-Kritiker behandelte.

Im Rahmen des Internationalen Museumstages finden um 11.15 Uhr und 13.15 Uhr Führungen durch das ehemalige Gefängnisareal statt. Die Rundgänge kosten 6 Euro, ermäßigt 3 Euro, Schüler zahlen 1 Euro. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Die Zellen und Vernehmerräume sind bis heute im Original erhalten. Bauarchäologen haben nahezu jede Veränderung dokumentiert, die in der 44-jährigen Geschichte der Untersuchungshaftanstalt vorgenommen wurde. So zeugen Mauerreste von einstigen Stehkarzern im Kellergefängnis. Umbaumaßnahmen erfolgten selbst noch Anfang 1990 in den Freiganghöfen. Laufspuren und Abdrücke im Boden geben Aufschluss über die menschenunwürdigen Bedingungen der Haft. Die Gedankenwelt der politischen Gefangenen spiegelt sich in Einritzungen an den Wänden wider. Auch kleinste Details veranschaulichen die Methoden der Machthaber in der DDR. Das Gefängnis wurde am Tag der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 endgültig geschlossen.

Die Gedenkstätte nimmt zum zweiten Mal am Internationalen Museumstag teil. Das diesjährige Motto „Spurensuche – Mut zur Verantwortung!“ fordert dazu auf, das Unrecht der Vergangenheit zu erforschen und aufzuarbeiten.

Kontakt:
André Kockisch, Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen
Telefon: 030 / 98 60 82-413
E-Mail: a.kockisch@stiftung-hsh.de


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