4.4.2018 | Kritik an riesiger Marx-Statue in Trier

Veranstaltung der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen mit Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner

Die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen macht die Errichtung einer riesigen Karl-Marx-Statue in Trier zum Thema einer öffentlichen Diskussionsveranstaltung. Am kommenden Montag (9.4., 19 Uhr) debattieren Historiker, DDR-Opfer und Vertreter der Stadt Trier über das 5,50 Meter hohe Denkmal, das Anfang Mai in Sichtweite des früheren Wohnhauses der Familie Marx aufgestellt werden soll. Die Veranstaltung findet in der Europäischen Akademie für Bildende Kunst in Trier statt.

Die Statue ist ein Geschenk der Kommunistischen Partei Chinas an die Stadt Trier. Sie soll aus Anlass des 200. Geburtstages von Karl Marx aufgestellt werden. Opfer des DDR-Regimes wehren sich gegen die Aufstellung, weil damit der Begründer des Kommunismus öffentlich geehrt werde.

Die Veranstaltung wird von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner eröffnet. Aufgrund der Vorbereitungen für die erste Klausurtagung der neuen Bundesregierung am 10. und 11. April auf Schloss Meseberg bei Berlin wird ihre Ansprache als Videobotschaft eingespielt. Im Anschluss diskutieren der Bundesvorsitzende der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft, Dieter Dombrowski, die Präsidentin des Unabhängigen Chinesischen PEN Clubs, Tienchi Martin-Liao, der Trierer Baudezernent Andreas Ludwig sowie der Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe.

In einem Interview hatte Knabe die Aufstellung der Statue vergangene Woche scharf kritisiert. „Solche Denkmäler hat es in der DDR und in vielen anderen kommunistischen Ländern zuhauf gegeben,“ so der Historiker gegenüber der Katholischen Nachrichtenagentur (KNA). „Angesichts des Leides, das seine Theorien über die Menschheit gebracht haben, halte ich es fast für zynisch, ihm nun ein derart monströses Denkmal zu errichten.“

Zeit: Montag, 9. April 2018, 19 Uhr

Ort: Europäische Akademie für Bildende Kunst, Aachener Straße 63, 54294 Trier

Kontakt:
André Kockisch, Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen
Telefon: 030 / 98 60 82-413
E-Mail: a.kockisch@stiftung-hsh.de


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