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Peter Ruegg

Peter Rüegg

Literatur

  • Rüegg, Peter: Wenn Mielke unterschrieben hätte... (2005)

Peter Rüegg wurde 1933 in Berlin geboren. Nach den Erlebnissen der Kriegsjahre wurde er zum Anhänger sozialistischer Ideen. 1949 wurde er hauptamtlicher Jugendfunktionär in der kommunistischen Freien Deutschen Jugend (FDJ). Mit 18 Jahren trat er in die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) ein. 1953 folgte Rüegg einem Aufruf, sich freiwillig den "Bewaffneten Organen der DDR" anzuschließen, und kam zur "Deutschen Grenzpolizei". Nach dem Besuch einer Offiziersschule wurde er Unterleutnant, später Leutnant und Stellvertreter eines Kompanieführers.

Die desolate Situation bei der Grenzpolizei führte zu kritischen Diskussionen unter den Offizieren, an denen sich auch Rüegg beteiligte. Das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) verhaftete ihn deshalb, weil er systematisch "feindliche Argumentationen" verbreitet hätte und "zersetzend gegen die Politik von Partei und Regierung" aufgetreten wäre. Im August 1959 kam er für sechs Monate in das zentrale Untersuchungsgefängnis des MfS nach Berlin-Hohenschönhausen, weitere zwölf Monate verbrachte er in der MfS-Untersuchungshaftanstalt in Potsdam. Das MfS wollte, dass Rüegg in einem groß angelegten Schauprozess zum Tode verurteilt wird. Der entsprechende Vorschlag wurde jedoch von Erich Mielke, Minister für Staatssicherheit, nicht unterschrieben. Wegen "Schädlingstätigkeit" wurde Rüegg schließlich zu sieben Jahren Zuchthaus verurteilt, die er in den Gefängnissen Bautzen und Torgau verbüßen musste. Im April 1963 wurde er vorzeitig auf Bewährung entlassen.

Anschließend absolvierte er ein Abendstudium als Ingenieur-Ökonom des Bauwesens und war danach in der Denkmalpflege und im Kulturbund der DDR tätig. Heute ist er Rentner und führt seit 2006 Besuchergruppen durch die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen. Sein Schicksal hat er in einem autobiographischen Buch verarbeitet.