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Dieter Walter

Dieter Walter

Klaus-Dieter Walter wurde 1940 im thüringischen Greiz geboren. Als seine Familie nach Ost-Berlin umzog, kam er in ein Oberschulinternat im brandenburgischen Seelow. Dort plante er einen Ferienaustausch zwischen Jugendlichen aus Ost- und Westdeutschland, um ihr Zusammengehörigkeitsgefühl zu fördern und einen Beitrag zur Wiedervereinigung zu leisten. Zugleich setzte er sich für freie und geheime Wahlen ein.

In einer Jugendsendung des Rundfunks im amerikanischen Sektor (RIAS) sprach Klaus-Dieter Walter über seine Pläne. Seine Lehrer erfuhren von dem Beitrag und denunzierten ihn. Im Juni 1960 wurde er vom Ministerium für Staatssicherheit (MfS) von der Schulbank weg verhaftet und in die Untersuchungshaftanstalt nach Frankfurt (Oder) gebracht. Eine Zeitlang war er auch in Berlin-Hohenschönhausen. Nach acht Monaten Untersuchungshaft verurteilte ihn ein DDR-Gericht wegen "Verbindungsaufnahme zu verbrecherischen Organisationen", "staatsgefährdender Propaganda und Hetze" und "Organisation einer konterrevolutionären Gruppe" zu zweieinhalb Jahren Gefängnis. Seine Haft verbüßte er im Haftkrankenhaus Leipzig-Meusdorf und im thüringischen Untermaßfeld.

Nach seiner Entlassung 1962 arbeitete er von 1963 bis 1967 in Ost-Berlin als Transportarbeiter und Schreibkraft, da er sein Abitur nicht mehr beenden durfte. Ab 1965 besuchte er dann die Abendschule und machte 1966 den Facharbeiterabschluss als Großhandelskaufmann. Von 1973 bis 1977 absolvierte er ein Fernstudium zum Ökonom-Pädagogen. Mitte der 70er Jahre schloss er sich einem oppositionellen Gesprächskreis – dem Greizer Kreis – an, in dem bis 1989 Ansichten kritischer DDR-Künstler und Schriftsteller in Privatwohnungen diskutiert wurden. 1990 wurde Klaus-Dieter Walter Gründungsmitglied des Dokumentationszentrums zur Aufklärung von SED-Verbrechen in Berlin. 1991 rehabilitierte ihn das Potsdamer Oberlandesgericht. Seit dem Jahr 2000 führt er Gruppen durch das ehemalige Untersuchungsgefängnis des MfS in Berlin-Hohenschönhausen.