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Erhard Neubert

Erhard Neubert

Erhard Neubert wurde 1946 in Suhl geboren. Nach einer Konditorlehre wurde seine Bewerbung auf einem Schiff des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB) mit der Begründung "fehlender gesellschaftlicher Reife" abgelehnt. Daraufhin unternahm er im Oktober 1964 einen Fluchtversuch aus der DDR. Die Flucht scheiterte, er wurde inhaftiert und zu einem Jahr und sieben Monaten verurteilt.

Neubert verbüßte seine Haftstrafe anschließend in der Strafvollzugsanstalt in Berlin-Rummelsburg. Im Juni 1966 wurde er entlassen. Sechs Jahre nach der Haft erhielt er einen Einberufungsbefehl zur Nationalen Volksarmee (NVA). Weil er die Niederschlagung des Prager Frühlings durch Truppen des Warschauer Paktes 1968 ablehnte und erklärte, niemals bei der NVA dienen zu können, unternahm er im April 1972 einen weiteren Fluchtversuch in Ungarn. Er wurde erneut verhaftet und im Oktober 1972 aufgrund einer Amnestie freigelassen. 1974 wurde seine Ausreise aus der DDR genehmigt und er übersiedelte nach West-Berlin. Dort arbeitete er als Konditor im Kaufhaus des Westens. Seit 2009 führt er Besuchergruppen durch die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen.