Zurück

Dellmuth Rainer

Rainer Dellmuth

Literatur

  • Dellmuth, Rainer: Ausflüge im "Grotewohl-Express", (1999)
  • Dellmuth, Rainer: Operativ-Vorgang "Lehrling": eine Jugend wird zerstört!, (1999)
  • Dellmuth, Rainer: Erinnerungen: "Reisen" mit dem "Grotewohl-Express", Verkehrsgeschichtliche Blätter, Heft 1/2006

Rainer Dellmuth wurde 1948 in Berlin geboren. In der DDR erzogen ihn seine Eltern nach christlichen und demokratischen Wertvorstellungen. Bereits als 17-jähriger geriet er durch "staatsgefährdende Äußerungen" in das Visier des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS). Während seiner Ausbildung zum Buchdrucker legte das MfS einen so genannten Operativen Vorgang (OV) an, in dem Maßnahmen zu seiner Überwachung festgelegt wurden. Im Alter von 18 Jahren wurde Rainer Dellmuth wegen „versuchter Republikflucht“ und "staatsgefährdender Hetze" verhaftet und im Dezember 1967 vom Stadtbezirksgericht Berlin-Köpenick zu einem Jahr Gefängnis verurteilt.

Nach seiner Haftentlassung beendete er seine Lehre und begann, das Abitur nachzuholen. Noch vor dem Abschluss seiner Schulausbildung wurde er im Oktober 1971 wegen "versuchten ungesetzlichen Grenzübertritts in einem besonders schwerem Fall" erneut verhaftet und verurteilt. Seine Haftzeit verbrachte er in den Untersuchungs- und Strafvollzugsanstalten von Berlin, Gera, Cottbus und Karl-Marx-Stadt (Chemnitz). Im November 1972 wurde er im Zuge des Häftlingsfreikaufs in die Bundesrepublik abgeschoben.

Seit seiner Ausbürgerung aus der DDR lebt Rainer Dellmuth in West-Berlin. Er war dort zunächst als Korrektor, Krankenpfleger und Schauspieler tätig. Seine Erlebnisse in der DDR hat er in zwei autobiografischen Büchern niedergelegt. Seit 1997 arbeitet er als Besucherreferent in der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen und hält bundesweit Vorträge an Schulen.