Zurück

Ulrich Ebert

Ulrich Ebert

Ulrich Ebert wurde 1947 in Welzow geboren. Er studierte nach seinem Abitur ab 1967 Hochfrequenztechnik an der Technischen Universität Dresden. Die Niederschlagung des Prager Frühlings durch Truppen des Warschauer Pakts im Jahre 1968 bezeichnete er als "Invasion". Daraufhin wurde er von Mitstudenten denunziert.

Die Verhaftung folgte umgehend am 24. August 1968. Der Vorwurf: "staatsfeindliche Hetze". Er wurde mehrere Monate in der Untersuchungshaftanstalt Dresden festgehalten. Im Dezember 1968 wurde er vom Bezirksgericht Dresden zu 18 Monaten Zuchthaus (§106 StGB der DDR) verurteilt. Aufgrund einer juristischen Ungleichbehandlung wandte sich seine Mutter daraufhin direkt an Walter Ulbricht. Sie hatte im RIAS erfahren, dass der 16-jährige Sohn des berühmten Oppositionellen Robert Havemann, Florian Havemann, aus Solidarität mit den Demonstranten in der Tschechoslowakei eine selbstgemalte tschechische Fahne aus der elterlichen Wohnung im zentralen Berlin hängte. Florian Havemanns Urteil wurde später in eine Bewährungsstrafe umgewandelt.

Ulrich Ebert wurde Anfang Februar 1969 kommentarlos aus der Untersuchungshaft entlassen und seine Strafe im Anschluss vom Obersten Gericht der DDR zu einer Bewährungsstrafe umgewandelt. Danach musste er noch die 18-monatige Wehrpflicht ableisten. Erst 1973 konnte er ein Fernstudium des "Kraft- und Arbeitsmaschinenbaus" an der FH "Rudolf Diesel" in Meißen aufnehmen, das er 1977 abschloss. Bis 1990 war er im Kombinat Braunkohlenkraftwerk Jänschwalde/Cottbus tätig. Eine Opferrente wird ihm aufgrund von 10 fehlenden Hafttagen verwehrt. Seit 2012 führt er Besucher durch die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen.