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Edda Schoenherz

Edda Schönherz

Literatur

  • Edda Schönherz: Die Solistin - Roman einer Frau, die von Deutschland nach Deutschland wollte (2013)

Edda Schönherz wurde 1944 in Bad Landeck (Schlesien) geboren und machte in der DDR eine Ausbildung zur Journalistin, Moderatorin und Ansagerin. Mit dem Beginn des Farbfernsehens in Ostdeutschland im Oktober 1969 wurde sie bald DDR-weit bekannt. Sie gehörte keiner Partei an und stand den Verhältnissen in der DDR kritisch gegenüber.

Während eines Urlaubsaufenthaltes in Budapest erkundigte sie sich im August 1974 in den Botschaften der Bundesrepublik und der Vereinigten Staaten nach einer Möglichkeit, die DDR zu verlassen. Da die Botschaften observiert wurden, wurde sie einige Tage später in Ungarn festgenommen, ohne dass man ihr strafbare Handlungen nachweisen konnte. Im September 1974 wurde Edda Schönherz zur "Klärung eines Sachverhalts" in die Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) in Berlin-Lichtenberg abgeholt und drei Tage später von dort nach Berlin-Hohenschönhausen verbracht. Im Dezember verurteilte man sie wegen "staatsfeindlicher Verbindungsaufnahme" und "Vorbereitung eines ungesetzlichen Grenzübertritts in besonders schwerem Fall“ zu drei Jahren Zuchthaus. Sie kam in das berüchtigte Frauenzuchthaus Hoheneck in Stollberg/Erzgebirge.

Nach der Entlassung aus der Haft sollte Edda Schönherz 1977 als Hilfskraft in einer Großbäckerei arbeiten, andernfalls drohte man ihr weitere zweieinhalb Jahre Arbeitserziehungshaft an. Sie fand jedoch eine Anstellung als Fotografin bei der katholischen Kirche in Berlin. Da sie an dem Ausreiseantrag für sich und ihre Kinder festhielt, konnte sie im August 1979 in die Bundesrepublik ausreisen. Sie arbeitete in München beim Bayrischen Rundfunk und kehrte 2002 nach Berlin zurück. Seit 2004 führt sie Besuchergruppen durch die Gedenkstätte.