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Warnke Wolfgang

Wolfgang Warnke

Wolfgang Warnke wurde 1944 in Göttingen geboren und wuchs in Hannover auf. 1974 zog der gelernte Einzelhandelskaufmann nach West-Berlin, von wo aus er Ausflüge in den Ostteil der Stadt unternahm. In einem Ostberliner Café schloss Wolfgang Warnke Bekanntschaft mit zwei Männern aus Forst in der Lausitz. Ein regelmäßiger Kontakt entwickelte sich. Er erklärte sich schließlich bereit, einem der beiden Männer bei der Flucht über die bulgarisch-jugoslawische Grenze zu helfen. Die Fluchtaktion scheiterte, beide wurden im August 1975 an der Grenze nah der bulgarischen Stadt Blagoevgrad verhaftet. Später erfuhr Wolfgang Warnke, dass das Vorhaben dem Ministerium für Staatssicherheit (MfS) schon lange bekannt war, da er in einem West-Berliner Lokal unter ständiger Beobachtung durch einen Inoffiziellen Mitarbeiter (IM) stand.

Zunächst in der Untersuchungshaftanstalt der bulgarischen Polizei in Sofia inhaftiert, wurde Wolfgang Warnke schließlich in die DDR ausgeflogen und ins zentrale Untersuchungsgefängnis des Staatssicherheitsdienstes nach Berlin-Hohenschönhausen gebracht. Das MfS warf ihm vor, in kommerzielle Fluchthilfe verwickelt und Teil einer „kriminellen Menschenhändlerbande“ zu sein. Nach vier Wochen in Berlin wurde er wieder nach Bulgarien zurücktransportiert. Verurteilt zu einem Jahr und sechs Monaten, verbüßte er seine Haftstrafe im Zentralgefängnis Sofia. Nach seiner Entlassung kehrte Wolfgang Warnke 1976 nach Hannover und später nach Berlin zurück. Er arbeitete 20 Jahre als Technischer Leiter bei der Deutschen Krankenversicherung. Heute ist er Rentner und führt seit 2009 Besuchergruppen durch die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen.