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Jorge Garcia Vazques

Jorge Luís García Vázquez

Jorge Luís García Vázquez wurde 1959 in Havanna/Kuba geboren und studierte dort an der Pädagogischen Hochschule für Fremdsprachen. 1980 kam er als Dolmetscher für kubanische Vertragsarbeiter nach Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz) in der DDR. Der kubanische Staatssicherheitsdienst versuchte, ihn als Informanten anzuwerben. So sollte er einen kubanischen Musiker, den er auf einer Tournee durch die DDR begleitete, ausforschen, was er ablehnte. Weil der Musiker die DDR verlassen wollte, half García Vázquez ihm, Kontakte zur amerikanischen Botschaft herzustellen; die Anrufe wurden jedoch abgehört.

Dem Musiker glückte die Flucht, doch García Vázquez wurde im März 1987 verhaftet und in die zentrale Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit nach Berlin-Hohenschönhausen verbracht. Wenige Tage später wurde er per Gerichtsbeschluss ausgewiesen und nach Kuba ausgeflogen. In Havanna wurde Vázquez weiterhin verhört, danach auf freien Fuß gesetzt. Doch auch im Anschluss war er den Zersetzungsmaßnahmen der kubanischen Staatssicherheit ausgesetzt: Sie belegte ihn mit Berufsverbot, setzte ihn Polizeikontrollen aus und ließ Briefe verschwinden. Er durfte nur zeitweise als Reiseleiter und Übersetzer arbeiten.

Heute lebt er in Berlin und arbeitet als freier Journalist. Seit 2009 führt er Besuchergruppen durch die Gedenkstätte.