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Michael Naue

Michael Naue

Michael Naue (geb. 1963 in Ost-Berlin) wollte sich bereits als Jugendlicher nicht den Zwängen der sozialistischen Gesellschaft anpassen. Er geriet in Konflikt mit staatlichen Autoritäten – öffentliche Tadel und Drangsalierungen der Lehrer prägten seinen Schulalltag. Frühzeitig musste er die Schule verlassen und als 14-Jähriger eine Lehre als Gleisbauer beginnen.

Durch Ausübung seiner buddhistischen Lebensanschauung wurde der Staatssicherheitsdienst auf ihn aufmerksam. Miserable Arbeitsbedingungen in der Lehrzeit, Kulturzensur der Behörden sowie Schwierigkeiten bei der eigenen Wohnungssuche und beruflichen Umorientierung veranlassten ihn, seine Flucht aus der DDR zu planen. Ein Versuch über Ungarn scheiterte im November 1983. Einen Monat später versuchte er, über die innerstädtische Grenze nach West-Berlin zu gelangen. Der Staatssicherheitsdienst verhaftete ihn.

Verurteilt wegen „ungesetzlichem Grenzübertritt“ zu einer Haftstrafe von zwei Jahren, war er von April bis Dezember 1984 in der Strafvollzugseinrichtung Naumburg eingesperrt. Zuvor verbrachte er vier Monate in der Untersuchungshaftanstalt der Staatssicherheit in Berlin-Hohenschönhausen. Im Dezember 1984 gelangte er im Rahmen des Häftlingsfreikaufs in die Bundesrepublik.