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Charly Rau

Zeit seines Lebens war Gerhard Rau, genannt Charly, ein Rebell. Schon als Jugendlicher war ihm die DDR zu eng. Mit 17 wanderte er wegen seiner Liebe zu den Rolling Stones in den Knast. 17 Jahre sollte er insgesamt aus politischen Gründen im Gefängnis verbringen.

Am 7. Oktober 1969 wird der damals 17-Jährige aktenkundig. Ein RIAS-Moderator scherzt beim Auflegen eines Titels der „Rolling Stones“, dass die britische Band auf dem Dach des Axel-Springer-Hochhauses ein Konzert geben würde. Ein Scherz. Doch Hunderte Jugendliche machen sich auf den Weg zum grenznahen Gebäude – und werden von bewaffneten Polizeieinheiten abgefangen. In den Baugruben der Leipziger Straße wehrt sich Charly Rau heftig gegen die Festnahme.

Weil er aufmüpfig ist und gegen das DDR-System aufbegehrt, landet er als „Wiederholungstäter“ bis 1987 immer wieder im Gefängnis. Doch „erneute Haftstrafen“, so steht es in seiner Stasi-Akte, sind „keine wirksame Erziehungsmethode“. Also wird Rau gefoltert. Mit Schlägen, Hundebissen, Einzelhaft. 1987 darf er endlich raus. Doch Charly geht als Wrack. Bei seiner Abschiebung wiegt der 1,87-Meter-Hüne nur noch 56 Kilogramm.

Charly Rau ist am 23. September 2011 verstorben. Seine letzte Ruhe fand er auf dem St. Bartholomäus-Friedhof in Berlin-Weißensee.