8. Hohenschönhausen-Forum

„Ich hab nur meine Pflicht getan“ – Täter im Dritten Reich und in der DDR

Montag, 16. November 2015, 09.00 Uhr
Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen
Genslerstraße 66, 13055 Berlin Weniger anzeigen

8 HSH Forum Titel

Warschauer Ghetto
© ullstein bild

Nach dem Ende einer Diktatur steht vor allem eine Frage im Raum: Wer trägt die Verantwortung für die begangenen Verbrechen? Die Antwort darauf ist schwieriger, als es auf den ersten Blick erscheint: Sind es die politischen Führer, die die Verbrechen angeordnet haben? Sind es die Uniformierten und Funktionsträger, die sie ausführten? Oder sind es nicht doch die vielen Mitläufer, die das Regime stillschweigend unterstützt haben?

Während über die Täter im Nationalsozialismus zahlreiche Untersuchungen vorliegen, ist über die Verantwortungsträger in der DDR bis heute relativ wenig bekannt. Wo kamen sie her? Wie wurden sie zu dem, was sie waren? Und wurden sie für ihre Taten zur Verantwortung gezogen?

25 Jahre nach dem Ende der DDR diskutieren Experten auf dem 8. Hohenschönhausen-Forum über ein immer noch brisantes Thema – die großen und kleinen Täter, ohne die keine Diktatur funktionieren kann.

PROGRAMM

9.00 Uhr: Begrüßung

  • Dr. Hubertus Knabe, Direktor Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen
  • Andreas Kleine-Kraneburg, Leiter Akademie Konrad-Adenauer-Stiftung, Berlin

9.30-10.00 Uhr: Was ist ein Täter? Versuch einer Definition

  • Prof. Dr. Karol Sauerland, Germanist und Philosoph, Warschau

10.00-12.00 Uhr: Panel I: Grundlagen

  • Die Philosophie der Täter – Ideologische Grundlagen moderner Massenverbrechen
    Prof. Dr. Barbara Zehnpfennig, Universität Passau
  • Die Psyche der Täter – Individualpsychologische Motive für die Mitwirkung an Gewalt und Unterdrückung
    Dr. Stefan Trobisch-Lütge, Gegenwind – Beratungsstelle für politisch Traumatisierte der SED-Diktatur, Berlin
  • Täter im Nationalsozialismus – Forschungsstand und offene Fragen
    Prof. Dr. Manfred Görtemaker, Universität Potsdam
  • Täter im Kommunismus – Forschungsstand und offene Fragen
    Prof. Dr. Klaus Schroeder, Leiter Forschungsverbund SED-Staat, FU Berlin
  • Moderation: Helmuth Frauendorfer
    stellv. Direktor Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen

12.00-14.00 Uhr: Mittagspause

In dieser Zeit besteht die Möglichkeit, an einer Führung durch die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen teilzunehmen oder die Dauerausstellung zu besichtigen.

14.00-16.00 Uhr: Panel II: Tätergruppen

  • Die Verantwortlichen des Holocaust – Soziogramm einer Tätergruppe
    Dr. Hans-Christian Jasch, Direktor Gedenkstätte Haus der Wannseekonferenz, Berlin
  • Die hauptamtlichen Stasi-Mitarbeiter – Zur kollektiven Biographie eines Unterdrückungsapparates
    Dr. Jens Gieseke, Zentrum für Zeithistorische Forschung, Potsdam
  • Denunziation in der DDR – Die Bedeutung des Spitzelsystems für den Machterhalt der SED
    Christian Booß, Projektkoordinator in der Abteilung Bildung und Forschung der Stasi-Unterlagen-Behörde, Berlin
  • Täter oder Opfer? – Die Zelleninformatoren des MfS
    Dr. Tobias Wunschik, Abteilung Bildung und Forschung des BStU, Berlin
  • Moderation: Helmuth Frauendorfer
    stellv. Direktor Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen

16.00-16.30 Uhr: Kaffeepause

16.30-18.30 Uhr: Panel III: Der Umgang mit den Tätern

  • Die strafrechtliche Aufarbeitung von Staatsverbrechen – Möglichkeiten und Grenzen
    Kurt Schrimm, Leiter Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen, Ludwigsburg
  • Die Faszination des Täters – Politische Verbrechen im Film
    Dr. Rainer Rother, Künstlerischer Direktor Deutsche Kinemathek, Berlin
  • Die Rolle des Täters in der Literatur – Zwischen Fiktion und Wirklichkeit
    Michaela Nowotnick, Institut für deutsche Literatur, HU Berlin
  • Das Unrecht hat einen Namen – Täter in der Bildungsarbeit von Gedenkstätten
    Dr. Hubertus Knabe, Direktor Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen
  • Moderation: Dr. Norbert Seitz
    Hörfunkautor beim Deutschlandfunk, Berlin

18.30-19.00 Uhr: Resumee

  • Rita Schorpp, Akademie Konrad-Adenauer-Stiftung, Berlin