Traumatisiert, verarmt, allein gelassen?

Die Situation der Opfer des Kommunismus in Europa

Donnerstag, 12. November 2015, 19.00 Uhr
Botschaft der Republik Estland,
Hildebrandstraße 5, 10785 Berlin Weniger anzeigen

EU Titel

Einladungskarte
© picture-alliance / dpa

Zwei Jahre lang hat die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen die Lage der Opfer des Kommunismus in Europa untersucht. In einem aus EU-Mitteln finanzierten Projekt mit dem Titel „Zivilcourage würdigen“ haben Experten Theorie und Praxis der Wiedergutmachung in elf Staaten auf den Prüfstand gestellt. Herausgekommen ist ein 600 Seiten starker Bericht für die EU-Kommission. Danach sind die Opfer und Verfolgten des Kommunismus in nahezu allen Ländern materiell schlechter gestellt als der Durchschnitt der Gesellschaft, viele leben sogar in Armut. Zudem leiden sie bis heute unter den Erfahrungen von Haft, Folter und Zwangsarbeit. Spezialisierte Beratungsstellen und ein flächendeckendes System für eine soziale und rechtliche Beratung der Opfer gibt es in fast keinem der untersuchten Länder. Die Täter kamen dagegen fast immer ungestraft davon.

Bei der Veranstaltung werden die Ergebnisse des Projekts erstmals öffentlich vorgestellt. 25 Jahre nach der Wiedervereinigung soll der Frage nachgegangen werden, wie die Opfer des Kommunismus in Deutschland und den anderen ehemals sozialistischen Staaten gewürdigt und entschädigt wurden – und vor allem: was verbessert werden muss.

PROGRAMM

Begrüßung

I.E. Dr. Kaja Tael, Botschafterin der Republik Estland

Einführung

  • Das Projekt „Zivilcourage würdigen“
    Melanie Dore, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen
  • Eine europäische Datenbank für die Verfolgten des Kommunismus?
    Monika Kareniauskaité, Historikerin, Vilnius

Diskussion

  • Dr. Hubertus Knabe, Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen
  • Tunne Kelam, Mitglied des Europäischen Parlaments, Tallinn/Estland
  • Dr. Christian Fuchs, Vorsitzender der Internationalen Organisation ehemaliger politischer Gefangener und Opfer des Kommunismus (Interasso), Berlin
  • Gábor Tallai, Stellvertretender Direktor des Hauses des Terrors, Budapest/Ungarn
  • Moderation: Dr. Jörg Kürschner, Journalist, Vorsitzender des Fördervereins Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen