8.5.2017 | Vorankündigung

Titelbild Kirchentag
Der diesjährige Evangelische Kirchentag Ende Mai soll auch das Leben von Christen im Sozialismus näher beleuchten. Die Gedenkstätte im ehemaligen Stasi-Gefängnis Berlin-Hohenschönhausen und der Förderverein der Gedenkstätte laden drei Betroffene ein, über ihre Erfahrungen als politisch engagierte Christen in der DDR zu berichten.

Zwischen Ausgrenzung und Aufbegehren

Politisch engagierte Christen in der DDR

Die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag

25. bis 27. Mai 2017, 10:30 bis 18:30 Uhr

Informationsstand mit einem Original-DDR-Gefangenentransporter
Messegelände Berlin, Sommergarten
Messedamm 22 | 14055 Berlin

und

26. Mai 2017, 10 bis 18 Uhr

Informationsstand mit einem Original-DDR-Gefangenentransporter
Topographie des Terrors
Niederkirchnerstraße 8 | 10963 Berlin

Engagierte Christen spielten eine Schlüsselrolle beim Sturz der SED-Diktatur im Herbst 1989. Für die Beteiligten bedeutete dies oft jahrelange Ausgrenzung und Verfolgung, an der nicht selten auch die Kirchenobrigkeit Anteil hatte. Die Gedenkstätte im ehemaligen Stasi-Gefängnis Berlin-Hohenschönhausen und der Förderverein der Gedenkstätte laden drei Betroffene ein, über ihre Erfahrungen als politisch engagierte Christen in der DDR zu berichten.

Welche Spielräume boten die Kirchen im SED-Staat für unabhängiges politisches Engagement? Wie agierten Kirchenverantwortliche im Spannungsfeld zwischen gemeindlicher Basis und staatlichem Druck? Wie prägten Überwachung und Verfolgung das Alltagsleben der Betroffenen? Und welche Rolle spielte für sie der christliche Glauben?

In unterschiedlichen Veranstaltungsformaten haben die Teilnehmer des 36. Deutschen Evangelischen Kirchentages die Möglichkeit, sich aus erster Hand über das Leben politisch engagierter Christen in der DDR zu informieren. Die Erfahrung, wie es ist, als einzelner in einer Diktatur zu widerstehen, ist auch für das christliche Engagement von heute von Bedeutung – als Ansporn und als Möglichkeit zur Selbstvergewisserung.

PROGRAMM

Die Schöpfung bewahren
Christliches Umweltengagement in der DDR

Donnerstag, 25. Mai 2017, 14:30 Uhr

Messegelände, Halle 2.2, Raum Lindau 4

Carlo Jordan war einer der wichtigsten Umweltaktivisten in der DDR. Mit der inoffiziellen Zeitschrift „Arche Nova“ machte er auf die verheerenden Umweltzerstörungen im Sozialismus aufmerksam. In einem interaktiven Workshop diskutiert er mit den Teilnehmern über seine Erfahrungen mit Staat und Kirche in der DDR.

Das Leben der anderen
Jugendproteste im Sozialismus

Freitag, 26. Mai 2017, 13 Uhr

Topographie des Terrors, Auditorium

Gilbert Furian wurde 1985 verhaftet, weil er Ost-Berliner Punks interviewt und die Abschriften westdeutschen Freunden gegeben hatte. Wegen "Anfertigens von Aufzeichnungen, die geeignet sind, den Interessen der DDR zu schaden" wurde er zu 26 Monaten Gefängnis verurteilt. Der bekennende Christ berichtet über das Leben unangepasster Jugendlicher im SED-Staat.

Am Rande der Gesellschaft
Christsein in der DDR

Samstag, 27. Mai 2017, 10:30 Uhr

Messegelände, Bühne Halle 1.1b

Als Sohn eines Baptisten wuchs Andreas Thieme in einem christlich geprägten Elternhaus auf. Wie viele andere Christen durfte er in der DDR kein Abitur machen. Weil er kritische Texte für eine Rockband schrieb, wurde er 1972 verhaftet und wegen "staatsfeindlicher Hetze" zu 32 Monaten Gefängnis verurteilt. Der heute 65-jährige Sozialpädagoge erzählt vom schwierigen Alltag eines Christenmenschen in der DDR.